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Analysten erwarten glänzendes Bayer-Ergebnis

Reuters DÜSSELDORF. Die Bayer AG wird nach Einschätzung von Analysten am Donnerstag ein glänzendes Halbjahresergebnis präsentieren. Den Prognosen zufolge dürfte der operative Gewinn des Chemie- und Pharmakonzerns im ersten Halbjahr 2000 zwischen 30 und 40 % über dem des Vergleichshalbjahres 1999 liegen. Als Gründe für diese Entwicklung werden vor allem Wechselkurseffekte, der Wegfall von Umstrukturierungskosten sowie eine insgesamt gute Chemiekonjunktur genannt. Bayer will seinen Zwischenbericht am frühen Donnerstagmorgen veröffentlichen. Im Sog der Enttäuschung der Investoren über BASF gaben die Aktien von Bayer am Dienstag derweil teils deutlich nach.

Die Vergleichbarkeit der prognostizierten Gewinnzahlen mit denen des Vorjahreshalbjahres ist insofern nur bedingt aussagekräftig, als im Vorjahr ein außerordentlicher Erlös durch den Verkauf eines Teils der Tochter Agfa angefallen war. Im Mittel der Prognosen wird ein Ergebnis vor Steuern von gut 1,8 Mrd. Euro erwartet. Im ersten Halbjahr 1999 waren es 2,3 Mrd. Euro gewesen. Der Gewinn nach Steuern und Anteilen Dritter wird auf gut eine Milliarde Euro (Vorjahr: 1,7 Mrd. Euro) geschätzt. Bayer hatte voriges Jahr 70 % seiner Fototechnik-Tochter Agfa abgegeben und dafür im ersten Halbjahr einen Erlös von 1,03 Mrd. Euro verbucht. Als Umsatz wird von den Analysten eine Größenordnung von 15 (14,2) Mrd. Euro genannt.

Bayer dürfte nach Ansicht von Analystin Meng Si von der Frankfurter BHF-Bank deutlich von der Stärke des US-Dollar im Vergleich zum Euro profitiert haben. Dem Leverkusener Konzern gehe es da wie allen Unternehmen, die auch in den USA tätig sind, aber in Euro bilanzierten. Positiv werde auch zu Buche schlagen, dass im Berichtszeitraum kaum mehr nennenswerte Umstrukturierungskosten angefallen seien. Auf der anderen Seite dürften die steigenden Rohstoffpreise, beispielsweise für Rohöl, die Ergebnisrechnung belasten. Betroffen sind hier hauptsächlich die Geschäftsbereiche Polymere und Chemie.

Das erwartete Gewinnwachstum wird nach Ansicht von Ludger Mues von WestLB Panmure ganz wesentlich vom Geschäftsbereich Gesundheit getragen. In diesem Segment erwartet er eine Steigerung des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 660 Mill. Euro von 376 Mill. Euro im ersten Halbjahr 1999. Das liege unter anderem an niedrigeren Einführungskosten für neue Medikamente. Auch das Geschäft mit Polymeren laufe sehr gut, und selbst die Chemie - bei Bayer nicht mehr Kerngeschäftsfeld - werde um gut 10 % besser abschneiden. Der Geschäftsbereich Landwirtschaft wird Mues zufolge dagegen ein leicht unter dem Vorjahreshalbjahr liegendes Ergebnis ausweisen.

Derweil konnte BASF am Dienstag die Börsianer nicht überzeugen. Händler beschrieben das Halbjahresergebnis des Konkurrenten aus Ludwigshafen als teils am unteren Rand der Erwartungen und verwiesen auf einen ihrer Ansicht nach moderaten Ausblick auf das Gesamtjahr. Vor allem die Umstrukturierungskosten seien höher als erwartet ausgefallen. Der BASF-Aktienkurs fiel zeitweise um rund 6 %, was auch den Kurs von Bayer belastete, die um rund 2 % auf 44,60 Euro nachgaben.

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