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Die Hoffnung auf den Januar-Effekt

Im Laufe der nächsten Woche meldet kein einziges wichtiges Unternehmen Zahlen, von konjunktureller Seite steht am Montag ein Blick auf das Verbrauchervertrauen im Dezember an, am Dienstag hören Anleger Neues über die Bestellungen langlebiger Güter.

WSC NEW YORK. Die Wall Street hat sich in ein feierliches Mäntelchen gehüllt. Vor der New York Stock Exchange steht ein riesiger Weihnachtsbaum, doch auch der täuscht nicht darüber hinweg, dass es ein hartes Jahr war für die US-Märkte. Die Zweige sind dünn, die Lichter spärlich, aber immerhin: Schön sieht?s aus und festlich.

Ganz im Zeichen des Festes steht nun die kommende Woche an der Wall Street. Das Weihnachtsfest wird in den USA zwar nur an einem Tag gefeiert, und somit ist Mittwoch, der 25. Dezember, ein Feiertag. Doch zerreißt dieser die Handelswoche, und viele Amerikaner nehmen sich die paar Tage vor und nach dem Fest frei. So ist mit geringem Handelsvolumen zu rechnen, die Volatilität dürfte sich in Grenzen halten - zumal auch mit wichtigen Unternehmens- und Konjunkturdaten nicht zu rechnen ist.

Eine Woche ohne Zahlen

Im Laufe der nächsten Woche meldet kein einziges wichtiges Unternehmen irgendwelche Zahlen, von konjunktureller Seite steht am Montag ein Blick auf das Verbrauchervertrauen im Dezember an, am Dienstag hören Anleger Neues über die Bestellungen langlebiger Güter. Das ist nicht gerade eine Vielzahl von Informationen, an denen sich der Markt orientieren könnte.

Was vielleicht einsetzen könnte, ist der so genannte Januar-Effekt, der je nach Quelle mal Mitte Dezember, mal in der letzten Handelswoche einsetzt. In den letzten Dezember-Tagen und Anfang Januar legen dann, wenn die Börse allgemein freundlich tendiert, die Aktien kleiner Unternehmen überproportional zu und performen besser als die Papiere von Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung. Woran das liegt ist völlig unklar, Statistiker weisen den Effekt allerdings rückwirkend bis 1979 nach - allerdings mit oft jahrelangen Lücken.

In diesem Jahr gehen die Meinungen auseinander. Yale und Jeffrey Hirsch, ein Vater- und Sohn-Duo in Diensten des anerkannten Stock Trader?s Almanac, glauben fest an den Trend und empfehlen explizit, in einen entsprechenden Fond wie den Russell 2000 ETF einzusteigen. "Das ist Quatsch, purer Humbug", sagt hingegen Rafe Resendes, Direktor der unabhängigen Forschungsgruppe Applied Finance Group. Er sieht die Basis für den Januar-Effekt durch die zweimonatige Herbstrallye ab Anfang Oktober zunichte gemacht.

Ob der Januar-Effekt nun kommt oder nicht - an der Performance der großen Indizes werden die letzten anderthalb Handelswochen des Jahres nicht viel ändern. Dow, Nasdaq und der marktbreite S&P 500 haben in den vergangenen zwölf Monaten dramatisch verloren, und vor dem Jahreswechsel sind keine großen Korrekturen mehr zu erwarten.

Quelle: Wall Street Correspondents, Inc.

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