Vorschläge für Gesundheitsreform
Schmidt will bessere Ärzte besser bezahlen

Nach dem Bekanntwerden eines Strategiepapiers des Kanzleramts zu umfassenden Sozialreformen ist Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) mit eigenen Vorstellungen an die Öffentlichkeit gegangen.

Reuters BERLIN. In einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" sprach sie sich für eine Verknüpfung des Ärztehonorars mit der Qualität der Behandlung und für eine Änderung der Zuzahlungsregelungen bei Medikamenten aus. Tarife mit Selbstbehalten in der gesetzlichen Krankenversicherungen lehnte sie anders als das Kanzleramtspapier weiter ab. Ihre Vorschläge zur Gesundheitsreform seien dem Kanzler bekannt und würden von ihm geteilt, sagte Schmidt. Zudem sei ihr Ministerium bei den Strukturreformen "pragmatisch weiter als dieses Diskussionspapier".

Das Kanzleramtspapier plädiert unter anderem für Bonussysteme bei den Krankenversicherungen, Beitragsrückerstattungen für kostenfreie Jahre und Wahltarife mit Eigenleistungen.

Sie sei gegen solche Tarife, sagte Schmidt. "Denn Selbstbehalte richten sich überwiegend an junge Gesunde. Nachher fehlt uns dann das Geld für die Kranken", sagte die Ministerin. Über die Krankenkassentarife könne man allerdings Anreize zu kostenbewusstem Umgang im Gesundheitssystem schaffen, indem man Menschen, die sich gesundheitsbewusst verhielten, die Zuzahlungen für Arzneien teilweise oder ganz erlasse. "Das hieße also: Zuzahlungsbefreiung oder-reduzierung bei Prävention."

Im Rahmen der Strukturreform werde im kommenden Jahr auch das Vertragsrecht für die Vertragsärzte der Kassen so geändert, dass die Honorare an die Qualität der Behandlung gekoppelt würden. "Es kann nicht sein, dass für gute und schlechte Qualität das Gleiche bezahlt wird", sagte die Ministerin. "Es kann auch nicht länger das Gleiche unabhängig davon gezahlt werden, ob eine Praxis verantwortungsvoll geführt oder nur noch an drei Tagen öffnet."

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