Vorschlag des Justizministeriums
USA: Fingerabdrücke von moslemischen Besuchern

Die USA wollen Ausländer aus moslemischen Ländern, die sich mit gültigem Visum in den USA aufhalten, jetzt mit Fingerabdrücken registrieren.

dpa NEW YORK. Dabei gehe es um "Menschen aus Ländern, die das höchste Risiko für unsere Sicherheit darstellen", zitierte die "New York Times" am Mittwoch Beamte. Das Justizministerium habe einen entsprechenden Vorschlag gemacht, der bald Vorschrift werden könnte. Bürgerrechtsgruppen äußerten sich empört, das Außenministerium habe vergeblich Bedenken angemeldet, berichtete die Zeitung.

Betroffen seien mehr als 100 000 Studenten, Arbeiter, Angestellte, Wissenschaftler und Touristen. Von Neuankömmlingen sollen die Fingerabdrücke direkt an der Grenze genommen werden, bereits in den USA lebende Moslems sollen eigens aufgespürt werden. Wer sich weigere, müsse mit einer Strafe, zukünftiger Einreiseverweigerung oder Deportation rechnen.

Nach Angaben der "New York Times" war der Vorstoß in der Regierung heiß umstritten. Das Weiße Haus sei dafür gewesen, das Außenministerium dagegen. Die Behörde von Colin Powell fürchte diplomatische Proteste aus befreundeten Ländern und solchen, die für den Antiterrorkampf gebraucht werden. Unter anderem sollen Visumbesitzer aus Saudi-Arabien und Pakistan Fingerabdrücke abliefern. Bürgerrechtsgruppen und Einwanderungsanwälte kritisierten die Pläne scharf.

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