Vorsicht ist besser als Nachsicht – Tipps der Kriminalpolizei zum Wechsel der D-Mark in den Euro
Polizei rät zum frühzeitigen Tausch von Bargeldbeständen

Die Kriminalpolizei erwartet, dass Betrüger und Diebe versuchen werden, die Phase der Währungsumstellung für kriminelle Machenschaften zu nutzen. Deshalb wurden bereits eine Analyse zur Feststellung möglicher Straftaten und ein Konzept zur Bekämpfung der Sicherheitsrisiken erarbeitet. Nach dem Motto "Vorsicht ist besser als Nachsicht" sind Präventionsmaßnahmen ein wichtiger Bestandteil des Konzepts.

3.5.2001 DÜSSELDORF. Zu diesem Zweck hat die Kriminalpolizei eine Broschüre unter dem Titel "Euro-Visionen" herausgegeben. Sie informiert über die neue Währung und die Etappen der Einführung. Zudem wird auf Gefahren während der Umstellungsphase aufmerksam gemacht. Mit detaillierten Empfehlungen will die Polizei die Bürger vor Verbrechern schützen.

Die Polizei warnt insbesondere vor Trick-Betrügern, Dieben und Falschgeldkriminellen. Wenn an der Haustür plötzlich ein "Euro-Beauftragter" klingelt und Geld tauschen oder prüfen will, dann handele es sich mit Sicherheit um einen Betrüger. Der Bargeldumtausch beginnt am 17. Dezember 2001. Wem vorher Noten oder Münzen zum Tausch angeboten werden, sollte solche Angebote zurückweisen und umgehend der Polizei melden.

"Vor allem Senioren sind hier als Opfer von Betrügern gefährdet," sagt Detlef Nöllenburg, zuständig für Prävention im Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. "Angehörige und Betreuungspersonen sollten hier auch Aufklärungsarbeit leisten."

Besonders während der Umtauschphase, sollte man es vermeiden größere Bargeldbestände in der Wohnung zu horten oder mit sich herumzutragen, heißt es. Einbrecher und Taschendiebe witterten in dieser Zeit das große Geschäft. Bargeld aus Sparschweinen, Vereins-, und Haushaltskassen sollte am besten rechtzeitig bis zum Jahresende zur Bank gebracht werden, empfiehlt die Polizei.

Neben der Broschüre "Euro-Visionen" , hat die Polizei Informationsblätter mit speziellen Sicherheitsempfehlungen für Banken, Geld- und Werttransportunternehmen, Aufsteller von Automaten und für den Einzelhandel herausgegeben. Allen Unternehmen rät sie, ihre Mitarbeiter ausreichend zu schulen. Sie sollten beispielsweise mit dem Aussehen und den Sicherheitsmerkmalen der neuen Geldscheine und Münzen vertraut gemacht werden. Ab der zweiten Jahreshälfte bietet die Polizei in Zusammenarbeit mit den Landeszentralbanken dann kostenlose Schulungen an. Trainiert wird zum Beispiel woran man Blüten erkennt oder wie man sich vor Diebstahl und Raubüberfällen schützen kann. Interessierte Unternehmen können sich mit Schulungsanfragen an die örtliche Polizeibehörde wenden. Zudem sollten alle Mitarbeiter die Sicherheitskonzepte des Unternehmens kennen, um so gegebenenfalls auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam machen zu können, heißt es. Aushilfspersonal, das in den kommenden Monaten neu eingestellt wird, sollte vorher genau unter die Lupe genommen werden.

Den Banken empfiehlt die Polizei, alle verfügbaren technischen Möglichkeiten zur Erkennung von Falschgeld zu nutzen. Und die Kunden immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass Bankmitarbeiter nicht zu ihnen nach Hause kommen werden um Bargeld in Euro zu tauschen.

Bald wird die Chance vorbei sein, DM-Schwarzgeld und Registriergeld zu waschen. Daher werden Kriminelle versuchen, Geld aus Erpressungen, Überfällen oder sonstiges polizeilich registriertes Geld bei den Banken einzutauschen. Hierauf müssen die Institute achten. Außerdem seien besondere Sicherheitsmaßnahmen bei der Geldübergabe an Geld- und Werttransportunternehmen notwendig. Besonders diese Branche ist nach Ansicht der Polizei während der Euroumstellung durch Raub- und Erpressungsdelikte gefährdet. In Zusammenarbeit mit ihren Kunden sollten diese Unternehmen spezielle Maßnahmen für die Spitzenzeiten der Währungsumstellung vorbereiten.

Auch für die Hersteller und Aufsteller von Automaten besteht ein höheres Risiko von Überfällen, schätzt die Polizei. Bei der Geldentleerung der Automaten sollten die Mitarbeiter daher nicht alleine sein. Da für einige Tage eventuell Doppelbestände an Euro- und DM-Bargeld gelagert werden müssen, sollten diese Unternehmen ihre Lagerräume auf Diebstahlsicherheit überprüfen.

Für den Einzelhandel bestehen während der Umstellungsphase besondere Risiken. Die Polizei warnt vor Trickdieben, Überfällen und Einbrechern. "Betrüger werden beispielsweise versuchen Hektik an der Kasse zu verbreiten, um dann Falschgeld unterzubringen," erklärt Nöllenburg. "Wo die Übersicht fehlt, das angenommene Geld zu überprüfen, haben Falschgeldbetrüger leichtes Spiel. Jeder muss darauf achten das Geld gefälscht ist." Denn wer die Blüten zu spät erkennt, hat in jedem Fall den Schaden. Das Falschgeld müsse abgeliefert werden, ohne dass man dafür eine Entschädigung erhält. Wer gefälschtes Geld weiter in Umlauf bringt macht sich strafbar.

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