Vorsichtiger als europäischen Kollegen
Deutsche mailen seltener vom Arbeitsplatz

Drei Viertel der deutschen Beschäftigten mailen im Job auch privat, im Europa-Schnitt sind's sogar fast 88 Prozent.

HB WIESBADEN/LONDON. Während eindeutige arbeitsrechtliche Regelungen nach wie vor nicht existieren, haben Europas Arbeitnehmer in der Streitfrage "Privater E-Mail-Verkehr am Arbeitsplatz" längst Fakten geschaffen: Nicht weniger als 87,6 Prozent der europäischen Beschäftigten nutzen ihr dienstliches Mail-Programm mehr oder weniger regelmäßig auch für private Korrespondenz. Etwas vorsichtiger zeigen sich die Arbeitnehmer in Deutschland: Hierzulande sind es "nur" 74,9 Prozent, die mindestens ein Mal pro Monat private E-Mails versenden. Dies sind die herausragenden Ergebnisse der jüngsten europaweiten Online-Umfrage des Internet-Stellenmarktes Monster, an der sich zwischen dem 24. Juni und dem 8. Juli insgesamt 9.637 Beschäftigte beteiligt haben.

Die Umfrage "Wie oft versenden Sie private E-Mails vom Arbeitsplatz aus?" fand in zwölf Ländern Europas (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Spanien) statt. Dabei ergaben sich weitere interessante Abweichungen zwischen den deutschen Resultaten und den gesamteuropäischen Werten: So ist für mehr als die Hälfte der europaweit befragten Arbeitnehmer (genau: für 58,5 Prozent) privates Mailen sogar an jedem Arbeitstag gang und gäbe, während sich die deutschen Beschäftigten auch hier als zurückhaltender erweisen - nur 43,5 Prozent nutzen die elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten ihres Arbeitsplatzes täglich zu privaten Zwecken.

Umgekehrt ist der Anteil jener Umfrageteilnehmer, die aus Angst um ihren Job kategorisch auf das Versenden privater E-Mails verzichten, in Deutschland wesentlich größer als im Europa-Durchschnitt: Hierzulande möchten immerhin 25,1 Prozent das Risiko eines Arbeitsplatzverlustes keinesfalls eingehen; auf europäischer Ebene ergreifen hingegen lediglich 12,4 Prozent diese Vorsichtsmaßnahme.

"In der Frage der privaten Nutzung betrieblicher E-Mail-Programme herrscht - wie auch beim privaten Internetzugriff vom Arbeitsplatz aus - zurzeit sowohl in Deutschland wie auch in Europa eine weitgehende Unsicherheit", stellt Kai Deininger fest. Der Managing Director von Monster.de rät daher allen Arbeitnehmern: "Wer E-Mail und Internet am Arbeitsplatz privat nutzen will, sollte sich zuvor genau über die firmeninternen Regelungen informieren und diese penibel befolgen."

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