Vorsichtiger Ausblick des „Superbullen der Wall Street“
Chart-Guru Acampora dämpft Optimismus für US-Börsen

Der "Superbulle" der Wall Street schlägt leisere Töne an.

tmo DÜSSELDORF. Einer der größten Optimisten der Wall Street schlägt leisere Töne an: Der bekannte Chart-Techniker Ralph Acampora äußert sich nur gedämpft positiv über die Zukunft der US-Börsen.

"Drei von neun wichtigen Kursbarometern haben ihren Abwärtstrend nicht durchbrochen", schreibt der oberste Markttechniker des US- Geldhauses Prudential Securities in seinem neuesten Chart-Kommentar. Acamporas Kollege Peter Martin sagte dem Handelsblatt: "Wir sind immer noch optimistisch. Aber wir wollen die Leute derzeit nicht ermuntern, sich kopfüber in den Markt zu stürzen."

Seinen Ruf als "Superbulle der Wall Street" (Telebörse) erhielt Acampora, weil er seit Jahren immer neue Rekordstände für die US-Börsen voraussagt. Oft lag er damit richtig. Sein Jahres-Endziel von 14 000 Punkten für den Dow-Jones-Index vom Januar reduzierte der Chart-Guru allerdings auf 12 500 bis 13 000. Derzeit notiert der Dow unter 11 000 Punkten.

Auf kurze Sicht hat das wichtigste Kursbarometer der USA nach Ansicht Acamporas aber die Trendwende nach oben geschafft. Kritischer bewertet der Chart-Guru dagegen High-Tech-Titel. So habe der US-Index der Computerchip-Hersteller seinen Abwärtstrend noch nicht durchbrochen. Technische Analysten nutzen oft Kurs-Charts, um künftige Trends zu prognostizieren - weshalb sie auch Chartisten genannt werden.

Abwärtstrend ist durchbrochen

Der Dow-Jones-Index hat nach Einschätzung des Prudential-Experten in den vergangenen Wochen seinen Abwärtstrend durchbrochen. "Besonders beeindruckt hat mich, dass beim jüngsten Kurssturz das zwischenzeitliche Tagestief vom Mai nicht unterschritten wurde", schreibt Acampora.

Der nachhaltige Durchbruch eines Abwärtstrends umfasst nach seiner Aussage drei Stufen: Zunächst erfolge eine Bodenbildung. Als zweites müsse sich der Index durch einen ersten Anstieg aus dem Abwärtssog befreien. Für einen stabilen Aufwärtstrend fehle dann noch, dass markante Grenzen überschritten würden, die zuvor Widerstände darstellten. Acampora erläutert sein Konzept am Dow-Jones-Index: Nach dem Tiefpunkt - den der amerikanische Leitindex Mitte Oktober erreicht hatte - habe er deutlich zugelegt und zuletzt die Barriere von 10 800 Punkten überschritten.

Von diesem Widerstand war der Dow Jones noch Anfang Oktober nach unten abgeprallt. Falls die Linie von 10 800 Punkten hält, erwartet Acampora einen Durchmarsch bis zur nächsten Barriere. Diese liege bei etwa 11 200 bis 11 400 Punkten.

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