Vorsichtiger Ausblick: Scania übertrifft Erwartungen

Vorsichtiger Ausblick
Scania übertrifft Erwartungen

Der schwedische Lastwagen- und Bushersteller Scania hat im ersten Quartal Gewinn und Umsatz stärker gesteigert als von Analysten erwartet. Der Kurs der Scania-Aktie stieg am Mittwoch auf ein Acht-Monats-Hoch, obwohl sich Unternehmenschef Leif Ostling angesichts des konjunkturellen Umfeldes für den Rest des Jahres vorsichtig geäußert hatte.

Reuters STOCKHOLM. Vor Steuern habe sich der Gewinn im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,15 Mrd´. Schwedische Kronen (rund 125,4 Mill. Euro) mehr als verdoppelt, teilte Scania in Stockholm mit. Zwölf von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 846 Mill. Kronen gerechnet. Der Umsatz kletterte den Angaben zufolge trotz der insgesamt schwachen Nachfrage nach Lastwagen um sieben Prozent auf 12,2 Mrd. Kronen und lag damit oberhalb der durchschnittlichen Expertenschätzung von 11,3 Mrd. Kronen.

"Es war ein extrem gutes Ergebnis mit beeindruckenden Gewinnspannen", sagte Carnegie-Analyst Oscar Stjerngren. Ein anderer Branchenexperte sagte, die Scania-Zahlen verhießen auch Gutes für den heimischen Konkurrenten Volvo, der sein Quartalsergebnis am Montag veröffentlichen will. Volvo ist an Scania mit rund 45 % beteiligt, der VW-Konzern hält rund 18 % der Anteile. Der weltweit größte Lastwagenhersteller Daimler-Chrysler will sein Quartalsergebnis am Donnerstag bekannt geben. Analysten sagten, angesichts der Umstrukturierung und des starken Engagements des Unternehmens auf dem schwierigen US-Markt sei nicht damit zu rechnen, dass das Ergebnis der Daimler-Chrysler-Lastwagensparte so gut sein werde wie das Ergebnis von Scania.

Scania gab eine vorsichtigere Prognose für das Gesamtjahr als im Januar. "Auf Grund der makroökonomischen Entwicklungen gehen wir davon aus, dass das Risiko einer schwächeren Nachfrage nach Lastwagen und Bussen zunimmt. Wir bleiben daher vorsichtig, was unsere Geschäftszahlen für den Rest des Jahres angeht", erklärte Konzernchef Ostling. Ein Analyst sagte, das Unternehmen neige zu sehr konservativen Prognosen. Ein anderer Branchenexperte fügte hinzu: "Das Unternehmen ist stark, und die Aktie dürfte attraktiv sein, aber wir brauchen Klarheit über die Eigentümerstruktur."

Volvo muss aus wettbewerbsrechtlichen Gründen den Anteil an Scania bis Anfang 2004 verkaufen. Es ist dabei unklar, ob Volvo die Anteile an die alten Aktionäre zurückgeben oder an andere Lastwagenhersteller verkaufen wird.

Der Kurs der Scania-Aktie lag am Mittwoch im Nachmittagshandel um 3,4 % höher auf 181 Kronen, nachdem er zuvor bei 186 Kronen den höchsten Stand seit Mitte August 2002 erreicht hatte. Vom guten Scania-Ergebnis profitierten Händlern zufolge auch die anderen europäischen Auto-Aktien. Der Index für den europäischen Autosektor legte um 2,42 % zu.

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