Vorsichtiger Ausblick
STM-Gewinn knapp über Prognosen

Europas größter Chiphersteller STMicroelectronics hat im dritten Quartal seinen Gewinn kräftig gesteigert und damit die Analystenprognosen knapp übertroffen. Beim Ausblick gab sich das Unternehmen aber zurückhaltend und begründete dies mit dem weiter unsicheren Konjunkturumfeld.

rtr/vwd NEW YORK. Der Nettogewinn sei auf 131,2 (Vorjahreszeitraum 35,8) Mill. $ oder 0,15 $ je Aktie gestiegen, teilte das französisch-italienische Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss in New York mit. Analysten hatten im Durchschnitt einen Gewinn je Aktie von 0,14 $ erwartet. Der Umsatz stieg zum Vorjahr um 17,5 % und zum Vorquartal um 7,5 % auf 1,65 Mrd. $. STM begründete das Plus unter anderem mit dem Mitte dieses Jahres abgeschlossenen Kauf von Alcatel Microelectronics.

Die weitere Geschäftsentwicklung sei von hoher Unsicherheit über die Geschwindigkeit der Konjunktur- und Branchenerholung geprägt, erklärte Konzernchef Pasquale Pistorio. "Wir teilen die Ansicht, dass die saisonübliche Nachfragebelebung im vierten Quartal in diesem Jahr ziemlich bescheiden ausfallen wird." Der Konzern, dessen Chips unter anderem in Fernsehern und Autos eingesetzt werden, rechne mit einem Umsatzwachstum zum Vorquartal im mittleren einstelligen Prozentbereich. Dies entspricht den Prognosen der Analysten, die zuletzt im Durchschnitt einen Anstieg der Erlöse um 5 % vorausgesagt hatten.

Auch andere Chip-Hersteller wie Branchenprimus Intel und Texas Instruments hatten zuletzt eher trübe Ausblicke für die nächsten Monate gegeben. Die Konzerne hatten zu Jahresbeginn gehofft, die Nachfrage werde im zweiten Halbjahr angesichts geräumter Lager wieder kräftig anziehen. Doch Analysten rechnen wegen der anhaltenden Flaute bei den Hauptkunden der Chip-Hersteller in der Telekom - und Unterhaltungselektronik-Branche nicht mehr mit einer spürbaren Belebung noch in diesem Jahr. Sie sehen die Talsohle nach der schweren Krise des vergangenen Jahres aber überwiegend erreicht.

STM gab sich wegen der gedämpften Aussichten für die Branche auch für das kommende Jahr vorsichtig. Die Investitionen würden 2003 wohl unverändert auf dem diesjährigen Niveau von rund einer Milliarde $ bleiben. STM hatte erst kürzlich seine Investitionspläne für 2002 auf diese Höhe gesenkt.

CEO Pistorio betonte aber, dass sich STM nicht in Fusions- oder Akquisitionsverhandlungen mit Motorola über deren Chipsparte befinde. Doch sei die Branche "reif" für eine Konsolidierung, und in den kommenden zwölf bis 18 Monaten werde es zu einer großen Fusion in der Branche kommen, sagte Pistorio. Sollten gewisse Umstände eintreten, würde STM eine Fusion oder einen Zukauf "nicht ausschließen". Ein solcher Schritt würde jedoch nur dann gegangen, wenn der Marktanteil des Unternehmens auf dem US- oder japanischen Markt gesteigert werden könnte und die Unternehmensergebnisse innerhalb eines Jahres positiv beeinflusst würden.

STM-Aktien waren vor Bekanntgabe der Zahlen in einem schwachen New Yorker Marktumfeld mit einem Minus von 8,2 % bei 16,80 $ aus dem Handel gegangen.

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