Vorsichtiger Optimismus beim DFB nach dem 3:2 über Tschechien
Fussball: Ein Test – kein Triumph, kein Titel

Mit Tests vor großen Fußball-Turnieren ist das so eine Sache: Werden sie gegen renommierte Gegner gewonnen, wird der Mannschaft bescheinigt, sie sei auf einem guten Weg. Werden sie verloren, war es halt nur ein Test. So einfach ist Fußball.

ebe NÜRNBERG. Für das deutsche Nationalteam gilt seit Samstagabend Version eins: "Wir sind einen Schritt weiter", hieß es in der Fassung von Erich Ribbeck. Der DFB-Teamchef empfahl aber auch, das 3:2 gegen Tschechien nicht allzu hoch zu hängen. Das hatte gute Gründe: Zum einen, weil die wilde Auswechselei in der zweiten Hälfte nicht nur den Schiedsrichter, sondern auch die Mannschaften irritierte. Zum anderen aber auch, weil deutlich zu sehen war, dass die Stars in den Zweikämpfen im letzten Moment lieber die teuren Beine zurückzogen, um kurz vor der Euro keine Verletzung zu riskieren.

Wer also kam am Ende in die Wertung? Gewiss Torwart Oliver Kahn, der aufs Neue gezeigt hat, dass er einer von wenigen Weltklassespielern im deutschen Team ist. Und im Angriff muss sich der Teamchef mit dem Quartett Bierhoff, Kirsten, Jancker und Rink - wohl in dieser Hackordnung - die wenigsten Sorgen machen. Positiv blieb auch Mehmet Scholl im Gedächtnis, der in der Kreativabteilung überraschende Sachen anzettelte und die seltene Fähigkeit unterstrich, eine Abwehr zur Not auch mal im Alleingang auszuhebeln. Ansonsten kann Ribbeck nichts Überragendes und vor allem nicht viel Neues gesehen haben. Überraschend war allenfalls, dass der Trainer neben allerlei Floskeln Thomas Häßler in einem Nebensatz die Fähigkeit absprach, 90 Minuten lang Powerfußball spielen zu können. Ein letzter Wink für die EM, der Ribbeck inzwischen durchaus mutig entgegenblickt: Alle Spieler seien in der Lage, "auch gegen große Gegner zu bestehen".

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