Vorsichtiger Optimismus
Genfer Autosalon öffnet seine Pforten

Der Genfer Autosalon öffnet am morgigen Donnerstag überschattet von der unsicheren weltpolitischen Lage und der schwachen Branchenkonjunktur seine Pforten für das Publikum. Die Veranstalter rechnen mit 700 000 Besuchern.

HB/dpa GENF. Die deutschen Autohersteller demonstrierten in Genf vorsichtigen Optimismus für das laufende Jahr. So kündigte Mercedes-Chef Jürgen Hubbert an, der Konzern halte trotz der Verunsicherung der Kunden an seiner Absatzprognose für 2003 fest. Allerdings können die Auswirkungen eines möglichen Irakkriegs nach Einschätzung der Experten nicht prognostiziert werden. Zum "Cabrio des Jahres" wurde auf der Messe der C3 Pluriel von Citroën gewählt.

Eine wirkliche Verbesserung der Situation werde erst eintreten, wenn sich der Pulverdampf gelegt habe oder klar werde, dass gar kein Pulverdampf auftritt, sagte Hubbert der dpa. Dennoch halte der Konzern an den Prognosen fest. "Wir stehen zu der Aussage, dass der Absatz an das Rekordniveau des Vorjahres (1,23 Millionen Fahrzeuge) anknüpfen wird." Die bereits überdurchschnittliche Profitabilität von Mercedes könne grundsätzlich weiter gesteigert werden. Mit den zweiten Generationen der A- und der M-Klasse ergäben sich nicht nur Chancen für das Wachstum sondern auch für die Profitabilität.

Volkswagen betonte, der Konzern sehe entgegen anderen Spekulationen eine Zukunft für den Sharan. "Ein Segment, das wir erfolgreich betreten und gut im Griff haben, geben wir nicht wieder auf", sagte VW-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer. Intensive Planungen für eine Nachfolge liefen. Auf welcher Plattform ein künftiger Sharan gebaut werde und ob es beim Modellnamen bleibe, sei allerdings noch nicht entschieden.

Fiat-Deutschland will nach den Worten seines Chefs Klaus Fricke den Absatz in der Bundesrepublik in diesem Jahr um 15 000 auf 145 000 verkaufte Autos steigern. Ein Jahr später sollen es dank der Modelloffensive der Turiner dann 150 000 Stück sein.

Optimistisch äußerte sich auch die BMW-Tochter Rolls Royce. Der Neustart unter weiß-blauer Führung sei gut gelungen, sagte Chef Tony Gott. Er sei zuversichtlich, dass das Absatz-Ziel von jährlich 1000 Stück für den neuen Phantom schon im nächsten Jahr erreicht werde. "Wir liegen absolut im Plan." Auswirkungen durch die anhaltend schwache Konjunktur und die unsichere weltpolitische Lage seien bisher beim Verkauf der etwa 380 000 Euro teuren Limousine nicht zu spüren.

Der Autozulieferer Webasto wird dagegen derzeit etwas von der Flaute gebremst. Im ersten Quartal liege man in etwa auf Vorjahresniveau, sagte Vorstandschef Franz-Josef Kortüm. 2002 konnte Webasto vor allem mit dem Verkauf von Standheizungen und Schiebedächern den Umsatz von zuletzt 1,2 Milliarden Euro um 10 Prozent steigern. Das Ergebnis nach Steuern, das 2001 wegen hoher Sondereinflüsse nur bei 17 Millionen Euro lag, sei um einen deutlich zweistelligen Prozentwert gesteigert worden, sagte Kortüm.

Der Verwandlungskünstler C3 Pluriel wurde das "Cabrio des Jahres". Die Jury lobte das pfiffige Verwandlungskonzept des 2,46 Meter kleinen Viersitzers, der sich mit wenigen Handgriffen von einer Limousine in ein Cabriolet, einen Spider oder einen Pickup verwandeln lässt. Der C3 Pluriel ist eine Variante des C3, der 2002 auf den Markt kam. Auf dem 73. Internationalen Automobil-Salon in Genf präsentieren in diesem Jahr 265 Aussteller aus 30 Staaten ihre neuesten Entwicklungen. Bei Personenwagen gab es an den Pressetagen vor der offiziellen Eröffnung 70 Welt- oder Europapremieren.

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