Vorsitz ungeklärt
NOK unter Zeitdruck: Evaluierung soll starten

Nach dem Flop von Frankfurt gerät das Nationale Olympische Komitee (NOK) bei der Einsetzung einer kompetenten Evaluierungs-Kommission für die Auswahl des deutschen Olympia-Bewerbers 2012 unter Zeitdruck.

dpa BERLIN. "Es wird höchste Zeit, dass wir zu Ergebnissen kommen und ein erstklassiges, unanfechtbares Gremium zu Stande bringen", forderte Manfred von Richthofen, der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), vor der NOK-Präsidiumssitzung am Freitag in Berlin.

Nach dem Fehlstart am 15. April, als das Präsidium die von NOK-Chef Walther Tröger vorgelegte Kandidatenliste mit Klaus Kotter, dem Präsidenten des Bob- und Rodelverbandes, an der Spitze, abgelehnt hatte, war von der Olympia-Arbeitsgruppe eine Vorschlagsliste erarbeitet worden, die an alle Präsidium-Mitglieder zur Abstimmung versandt wurde. Dabei waren zahlreiche Vorschläge der Mitglieder eingeflossen. "Wir haben alle unsere Kandidaten aufgelistet. Die Liste umfasst jetzt schon über 30 Namen", erläuterte Ulrich Feldhoff, der Vizepräsident Leistungssport des DSB.

Weiter offen ist, wie das Verfahren zur Wahl der zehn Mitglieder der Evaluierungs-Kommission erfolgen soll. "Darüber wird das Präsidium erst am Freitag entscheiden", will NOK-Generalsekretär Heiner Henze nichts vorgeben. "Ich gehe davon aus, dass uns zunächst das Ergebnis der schriftlichen Abstimmung präsentiert wird. Diese hat aber keine Beschlusskraft", so Feldhoff.

Heiner Henze rechnet damit, dass es zu einer Abstimmung kommen werde und das gewählte Gremium dann aus seiner Mitte den Vorsitzenden bestimmt. "Ich bin sicher, dass Herr Kotter nicht noch einmal für den Vorsitz kandidiert. Das würde bundesweit Wellen schlagen. Wir brauchen niemand, der sich schon für ein Bewerber-Komitee engagiert oder Aussagen zu Gunsten eines Bewerbers getroffen hat", spielte von Richthofen noch einmal auf die Bevorzugung der Leipziger Bewerbung durch den Wintersport-Experten Kotter an.

Personal-Probleme könnte es zudem geben, weil Radsport-Präsidentin Sylvia Schenk einen adäquaten Anteil von Frauen in den Evaluierungs-Kommissionen gefordert hat. Eingesetzt werden soll in Berlin auch die weitaus kleinere Kommission zur Auswahl des olympischen Segelreviers, für das es gleichfalls fünf Bewerber gibt.

Gelassen reagierte die NOK-Führung auf die Kritik am erstellten Kriterienkatalog, mit dem die Anforderungen an die Olympia-Bewerber Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und Leipzig gewichtet werden sollen. "Es gibt klare Vorgaben des IOC, wir haben diese nur auf der nationalen Ebene umgesetzt", meinte Henze, der vor seinem angekündigten Wechsel in den Ruhestand Ende des Jahres 2003 noch mit ganzer Kraft für die Evaluierung des Bewerbers zur Verfügung steht. Für von Richthofen ist dies "eine ganz wichtige Frage. Dabei geht es mir vor allem in die Verankerung des Sports in den Haushalten und die Sportstätten-Situation in den Bewerber-Regionen".

Sollte man sich am Freitag auf die Kommission einigen, wäre die Zeitschiene nicht in Gefahr, wonach zwischen dem 1. September und dem 31. Januar 2003 die Qualität der Kandidaten geprüft und bis zum 28. Februar der Bericht erstellt werden soll. Die Wahl des deutschen Kandidaten ist für Mitte April 2003 in München vorgesehen.

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