Vorsitzender der Deutschen Börse hält Industrieplattformen für Vorbild
Werner Seifert fordert niedrigere Transaktionskosten am Kapitalmarkt

Börsenchef Seifert will geringer Flexibilität an den Arbeitsmärkten mit neuen Marktinstrumenten begegnen. Dazu zählen auch Futures auf die deutsche Inflationsrate.

dpa-afx OESTRICH-WINKEL. Der Vorsitzende der Deutschen Börse AG, Werner Seifert, hat sich für niedrigere Transaktionen an den Kapitalmärkten ausgesprochen. "Der deutsche Arbeitsmarkt ist unflexibel und wird es auch bleiben. Die geringe Flexibilität läßt sich nur durch den Kapitalmarkt umgehen", sagte Seifert am Dienstag in Oestrich-Winkel am Rande seiner Antrittsvorlesung als Honorarprofessor der European Business School (ebs). Nach Seiferts Worten müssen allerdings die Transaktionskosten an den Kapitalmärkten unbedingt weiter sinken. Nur so lasse sich die Mobilität des Kapitals erhöhen und eine produktivere Kapitalverwendung sicherstellen. Allein das bedeute letztlich "Reichtum für den Anleger".

Die Vielzahl der europäischen Börsen fresse die Effizienz marktwirtschaftlicher Mechanismen, sagte Seifert. Diese lasse sich mit bereits verfügbaren neuen Instrumenten erhöhen. Handelsplattformen wie in der Automobilwirtschaft und der Chemiebranche hätten bereits gezeigt, dass der elektronische Handel die Effizienz der jeweiligen Märkte steigere.

"Wir brauchen neue Marktinstrumente", forderte Seifert. Um die Anlagen zu sichern, könne man zum Beispiel Futures auf das US-Bruttosozialprodukt oder auf die deutsche Inflationsrate anbieten: "Wir werden das bei Eurexx tun." Eine solche Ausdehnung derivativer Handelsinstrumente auf die reale Wirtschaft könne negative Effekte der bislang parallel verlaufenden Zyklen in Finanz- und Realmärkten abschwächen.

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