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Vorsorge: Wie viel fürs Alter?

Oberstes Gebot ist, sich Gedanken zu machen, was im Alter benötigt wird. Und das kann durchaus sogar mehr sein als der Bedarf während des Erwerbslebens - auch, wenn Kinder aus dem Haus sind und das Auto kleiner sein darf.

Zwar besagt eine Faustregel, dass Senioren einen um rund 30 Prozent niedrigeren Finanzbedarf haben als während der aktiven Berufszeit: Die Ausbildung der Kinder ist abgeschlossen, die wichtigsten Ausgaben getätigt. Wer nicht mehr täglich ins Büro fährt, spart Fahrtkosten. Doch Vorsicht: Die Kalkulation beruht auf Lebensgewohnheiten, die noch aus der Nachkriegszeit stammen. Inzwischen sind die Ansprüche gewachsen. Der typische Pensionär möchte endlich das nachholen, wozu ihm im Erwerbsleben keine Zeit blieb: Reisen, Hobbys, Weiterbildung, Golfen.

Also müssen je nach Konsummentalität 90 bis 100 Prozent des bisherigen Nettogehaltes auch im Alter zur Verfügung stehen. Dieses Ziel ist allein mit staatlichen Mitteln nicht zu erreichen. Zwar soll nach dem Willen der Regierung "eine breite Palette von sicheren Anlagemöglichkeiten" gefördert werden. Eine garantierte Mindestverzinsung müssen die Produkte aber nicht bieten. Für den ministeriellen Segen reicht der Erhalt der eingezahlten Beträge.

Bevor verunsicherte Bürger wahllos zugreifen, sollte sie die Angebote erst in aller Ruhe prüfen. Denn Fehler in der Altersvorsorge kommen teuer zu stehen - vor allem bei langfristig unkündbaren Verträgen. " Die Dauer des gesetzlich vorgeschriebenen Zertifizierungsverfahrens lässt sich deshalb ideal nutzen, um erst einmal eine eigene Vorsorgestrategie zu entwickeln", meint Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dabei wird sich in vielen Fällen herausstellen, dass private Vorsorge auf eigene Faust mehr bringen kann als die Riester-Rente.

Vor allem die Altersvorsorge im Betrieb ist oft jenseits der neuen Vorsorge-Förderung attraktiv. Doch auch die Börsen bieten bisweilen außergewöhnliche Gewinnchancen. Diese mitzunehmen lohnt sich - solange die Aktienanlage nicht das einzige Standbein für das spätere Einkommen ist. Denn vernünftige Altersvorsorge besteht immer aus mehreren Bausteinen: der Abdeckung von Risiken und einer breit gestreuten, renditeorientierten Geldanlage. Für den ersten Baustein eignen sich Versicherungen, für den zweiten bieten Banken und Fondsgesellschaften passende Produkte an.

Nur, wer den Überblick behält und den eigenen Bedarf kennt, kann jedoch Produkte auswählen, die zu den individuellen Wünschen und zum eigenen Budget passen. Denn grundsätzlich gilt: Private Altersvorsorge gibt es nicht von der Stange. Sie muss vielmehr auf das Alter und die persönlichen Verhältnisse des Vorsorge-Sparers zugeschnitten werden, persönliche Vorlieben und Risikomentalitäten berücksichtigen - und sich auch verändernden Lebens- und Karrierephasen anpassen lassen. Nur so kann ein Finanzpolster aufgebaut werden, das die Lücke zwischen Erwerbs- und Alterseinkommen wirklich schließt.

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