Vorsprung von VW schmilzt
Europas Automarkt schrumpft weiter

Für die Automobilindustrie zeichnet sich weiterhin keine Erholung des europäischen Marktes ab. Im November lag die Zahl der Neuzulassungen von Personenwagen in Westeuropa um 6,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie die in Brüssel ansässige Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) am Donnerstag mitteilte.

Reuters BRÜSSEL. Zu den größten Verlierern gehörten den Angaben zufolge Fiat und BMW. In den ersten elf Monaten 2002 ging die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um 3,8 Prozent auf 13,4 Millionen zurück. Branchenexperten gehen davon aus, dass der durch die Konjunkturflaute und die gedämpfte Verbraucherstimmung belastete Sektor auch im kommenden Jahr Absatzeinbußen hinnehmen muss. Die rückläufigen November-Zahlen seien enttäuschend, nachdem es in den vorangegangenen beiden Monaten leichte Verkaufszuwächse gegeben habe. An den europäischen Börsen drückten Auto-Titel die Kurse deutlich.

Deutsche-Bank-Analyst Christian Breitsprecher erwartet nach eigenen Angaben für das laufende wie das kommende Jahr einen Rückgang des Auto-Absatzes in Europa um drei bis vier Prozent. Die Autohersteller können dabei nach Expertenschätzung auf keine baldige Trendwende des gesamtkonjunkturellen Umfelds hoffen. So rechnet die Europäische Kommission im schlimmsten Fall sogar mit einer rückläufigen Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone im ersten Quartal 2003.

Von der anhaltenden Branchenschwäche am härtesten getroffen wurde im vergangenen Monat der angeschlagene Turiner Autohersteller Fiat. Die Pkw-Neuzulassungen des hoch verschuldeten Unternehmens gingen nach ACEA-Angaben in Westeuropa um 21,7 Prozent zurück, der Marktanteil schrumpfte auf 7,7 (November 2001: 9,3) Prozent.

Der rückläufige Trend erfasste auch die großen deutschen Produzenten. Der BMW-Konzern büßte im November bei den Neuzulassungen 9,6 Prozent ein und verringerte seinen Marktanteil auf 4,2 (4,4) Prozent. Analysten verwiesen auf einen schleppenden Absatz der wichtigen 5er-Reihe vor der Markteinführung einer neuen Version im kommenden Jahr. Die VW-Gruppe und Daimler-Chrysler behaupteten ihre Marktanteile mit 18,9 Prozent beziehungsweise 6,8 Prozent trotz Neuzulassungsrückgängen von 6,2 Prozent beziehungsweise 6,7 Prozent.

Die japanischen Hersteller fassen dagegen wie in den USA auch in Europa immer stärker Fuß. Gegen den allgemeinen Trend verbesserten sie ihre Neuzulassungszahl im November um 12,5 Prozent und steigerten ihren Marktanteil auf 11,4 (9,5) Prozent. Die japanischen Anbieter stellten sich bei Modell-Design und Formgebung immer besser auf den Geschmack der Europäer ein und machten zudem Fortschritte bei der in Europa populären Diesel-Technologie, sagten Analysten.

Die Aktien europäischer Autohersteller reagierten mit teils deutlichen Kursverlusten auf die November-Statistik des ACEA und belasteten damit die Märkte. BMW fielen bis gegen Mittag um 5,6 Prozent auf 31,10 Euro, VW um 2,9 Prozent auf 38,19 Euro und DaimlerChrylser um rund fünf Prozent auf 31,74 Euro. Die Papiere von Fiat gaben 5,6 Prozent auf 8,51 Euro und die der französischen Peugeot drei Prozent auf 41,84 Euro nach.

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