Vorstand erwartet beschleunigtes Wachstum im zweiten Halbjahr - Hauptversammlung
Metro verteidigt Konzernstruktur

In ausgesprochen frostigem Börsenklima haben sich die Metro-Aktionäre zur Hauptversammlung getroffen: Die Aktie notierte auf ihrem Elf-Monats-Tief. Anteilseigner und Analysten plädierten für die Konzentration auf die ertragsreichen Töchter. Vorstandschef Körber hält nichts von übereilten Aktionen.

rv DÜSSELDORF. Vorstandschef Hans-Joachim Körber ist davon überzeugt, dass sich das Wachstum des Metro-Konzerns im zweiten Halbjahr beschleunigen wird. Diese Einschätzung gab er während der Hauptversammlung des Handelskonzerns am Mittwoch in Düsseldorf. Der Metro-Konzern braucht diese verbesserte Geschäftsentwicklung. Nur so kann er sein Ziel, 7 % organisches Wachstum (ohne Akquisitionen) auf über 50 Mrd. Euro im Gesamtjahr 2001, noch erreichen. Denn im ersten Quartal stiegen die Erlöse nur um 5,2 %.

Aus Sicht von Nikolai Baltruschat, Analyst der Deutschen Bank, stehen die Zeichen für die Erfüllung der Vorgaben aber nicht schlecht. Grund: Der Konzern eröffnet die Mehrzahl seiner für 2001 geplanten neuen Märkte im Ausland im zweiten Halbjahr. Genau wie Körber geht auch Baltruschat davon aus, dass die Wachstumsprognosen der Metro sogar eher konservativ gehalten sind.



Von der deutschen Konjunktur erwartet die Nummer drei in Europa im kommenden Halbjahr jedoch keine Unterstützung, betonte Körber. Zwar macht Metro 42 % der Umsätze im Ausland, ist mit Kaufhäusern, Bau- und Lebensmittelmärkten aber noch überproportional auf dem Heimatmarkt vertreten. Vor diesem Hintergrund sieht Körber die Metro mit ihrem Wachstumsziel - im Wettbewerbsvergleich - ganz weit vorne.



Das organische Wachstum könne aber sogar im zweistelligen Bereich und damit im europäischen Vergleich an der Spitze liegen, urteilt Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers. Dafür müsse sich das Unternehmen allerdings auf seine Zugpferde Cash & Carry (SB-Großhandel, plus 11 %) und Media Markt/Saturn (plus 17 %) konzentrieren. Dann werde auch die Phantasie in die Aktie zurückkehren. Europäischer Spitzenreiter ist derzeit die britische Tesco mit 12 bis 14 % Wachstum.



Mit einem Kurs von über 42 Euro notierte die Metro-Aktie, sehr zum Verdruss der Aktionäre, gestern auf dem tiefsten Stand seit elf Monaten. Erwartungsgemäß riet eine Aktionärssprecherin, der Vorstand solle die Langeweile der Aktie vertreiben und für gute Nachrichen sorgen: den Verkauf der ertragsschwachen Praktiker-Baumärkte, der Extra-Verbrauchermärkte und der Ankündigung, dass Media-Markt bald in die Börse gehe.



Körber reagierte ablehnend. Den Kurs kurzfristig mit Gerüchten zu pushen, hält er für unseriös. Für Media Markt sei der Börsengang erst ab 2003 geplant. Zudem ist Körber überzeugt, dass Extra und Praktiker nach ihrer Umstrukturierung mittelfristig die vorgeschriebenen Zielrenditen von 2 und 4 % schaffen werden.



Der Metro-Chef erwartet vielmehr, dass seine kapitalmarktorientierten Maßnahmen schon mittelfristig zu soliden Kurssteigerungen führen. Körber setzt auf die internationale Rechnungslegung IAS, die Beteiligung der Führungskräfte am Erfolg sowie größere Transparenz. Die Hauptgesellschafter Otto Beisheim, Haniel und Schmidt-Ruthenbeck stehen hinter dieser Politik. Sie beförderten Körber vom Sprecher des Vorstands zum Vorsitzenden, eine Position, die es bisher nicht gab.



Die französische Großbank Credit Lyonnaise stufte die Metro-Aktie am Mittwoch auf "add" von zuvor "reduce" herauf. Das Kursziel von 50 Euro werde aber beibehalten. Die Risiken der Metro seien geringer als bei anderen Handelsunternehmen, hieß es zur Begründung für die Hochstufung

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