Vorstand: Komplette Übernahme schafft Klarheit
Hapag-Lloyd verschwindet vom Börsenparkett

Mit der erwarteten Zustimmung der letzten Hapag-Lloyd-Hauptversammlung am Freitag übernimmt der Touristikkonzern Preussag als bisheriger Hauptaktionär auch die restlichen 11 000 freien Aktien des Hamburger Traditionsunternehmens.

Reuters HAMBURG. Mit dem schon vor einigen Monaten angekündigten Kauf der nur noch 0,4 Prozent freien Aktien soll die 1998 bereits eingeleitete Übernahme des Hamburger Schifffahrts- und Transportunternehmens vollzogen werden. Preussag nutzt dabei das seit Jahresbeginn geänderte Aktiengesetz. Danach können Minderheitsaktionäre im Rahmen eines so genannten Squeeze-out-Verfahrens zum Verkauf ihrer Anteile gezwungen werden.

Bei einem Preis von 2.178,57 Euro je Aktie wendet Preussag dafür rund 24 Millionen Euro auf. Dieser Preis, der am 13. Mai bekannt gegeben wurde, lag rund 70 Prozent über dem damaligen Börsenkurs und stützte sich auf ein unabhängiges Bewertungsgutachtens.

Die Übernahme von Hapag-Lloyd hatte im Herbst 1998 den Umbau des einstigen Industriekonzerns zum weltgrößten Touristikkonzern eingeleitet. Offen ist, ob Preussag komplett an Hapag-Lloyd festhält oder aber das Unternehmen wieder mit einem höheren Anteil an die Börse bringt oder auch ganz verkauft. Derzeit gebe es keine Pläne dafür, hieß es in den vergangenen Monaten seitens des Preussag-Vorstandes.

Hapag-Lloyd-Vorstandschef Michael Behrendt sagte auf der Hauptversammlung vor mehreren hundert Aktionären, die jetzige komplette Übernahme werde von manchem Aktionär vielleicht bedauert, schaffe aber Klarheit.

Für das laufende Geschäftsjahr bleibe Hapag-Lloyd zuversichtlich, dass die Container-Schifffahrt auch künftig schneller als der Markt wachsen werde. Es werde aber auf Grund der unverändert unbefriedigenden Ratensituation in der weltweiten Container-Linienschifffahrt Ertragseinbußen geben, sagte Berendt. Für die Kreuzfahrten erwarte er ein leicht verbessertes, wieder positives Ergebnis. Die Logistik-Tochter VTG-Lehnkering wolle in diesem Jahr in der Schienenlogistik die Marktposition als einer der führenden Anbieter in Europa weiter ausbauen. Insgesamt sei ein vorzeigbares Resultat zu erwarten. Hapag-Lloyd hatte 2001 bei einem Umsatz von 3,9 Milliarden Euro einen Konzernjahresüberschuss von 230 Millionen Euro erwirtschaftet.

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