Vorstand rechnet mit positiver Aufnahme
Montag beginnt das Bieten um die BVB-Aktie

Fans des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund werden in den nächsten Tagen wohl nicht nur gespannt auf das Spiel am Samstag gegen Bayer Leverkusen, sondern auch auf einen Termin am Montag in Frankfurt warten. Dort soll die Preisspanne für die Aktien des Traditionsvereins bekannt gegeben werden, der als erster deutscher Fußballverein an die Börse gehen will.

Reuters DÜSSELDORF. Nach Angaben von BVB-Präsident Gerd Niebaum hat schon die Hälfte der rund 11 000 Vereinsmitglieder "Aktien vorbestellt". Vereinsmitglieder werden bei der Zuteilung bevorzugt behandelt. Ein BVB-Sprechers erklärte, die Mitglieder hätten schriftlich eine Summe angegeben, für die sie Aktien kaufen wollten.

In Finanzkreisen wird eine Preisspanne von elf bis 15 Euro je Aktie für realistisch gehalten und ein Erlös von über 150 Mill. Euro erwartet. Das Biet-Verfahren soll bis zum 27. Oktober dauern, der daraus resultierende Ausgabekurs soll am 30. Oktober bekanntgegeben werden. Für den 31. Oktober ist die erstmalige Notierung der Fußball-Aktie im amtlichen Handel der Frankfurter Wertpapierbörse geplant.

Bei der Bekanntgabe der Börsenpläne Anfang Oktober hatte Niebaum erklärt, angesichts der zuletzt guten sportlichen Erfolge rechne er auch mit einer positiven Aufnahme des Vereins am Aktienmarkt. Tatsächlich steht der Verein, der in der vorigen Saison zeitweise abstiegsbedroht war, nach dem achten Spieltag auf Platz Zwei der Bundesliga-Tabelle. Auf das Glück auf dem Rasen wird sich der BVB allerdings nach Ansicht vieler Analysten nicht verlassen können, will er auf dem Börsenparkett reüssieren. Der Verein will daher auch einen Teil des Erlöses aus dem Börsengang in fußballnahe Geschäftsfelder wie Marketing oder Internetaktivitäten investieren. BVB-Vorstand Michael Meier sagte kürzlich in einem Interview, der BVB wolle verstärkt in den Unterhaltungs- und Freizeitbereich vordringen, um weniger abhängig vom sportlichen Erfolg zu werden.

Der sportliche Erfolg ist dennoch nach Ansicht von Marianne Hüth von WestLB Panmure unerlässlich. Der BVB orientiere sich stark am Konzept des britischen Vorzeigevereins Manchester United. Der sei zwar auch in der Unterhaltung aktiv, doch vor allem zähle dort, dass die Profimannschaft immer ganz oben in der heimischen Premier League und damit auch im europäischen Fußball mitspiele. Dort lasse sich viel Geld bekommen. "Da muss der BVB auch hin", sagte sie. Zur Zeit spielt der Verein in keinem europäischen Wettbewerb mit.

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