Vorstand und Betriebsrat in Gesprächen
ABB baut in Deutschland massiv Stellen ab

Wie ABB-Vorstandschef Bernhard Jucker am Freitag in Mannheim mitteilte, sollen durch den Verkauf der Sparte Gebäudetechnik 2200 sowie Ausgliederungen 550 Arbeitsplätze wegfallen. Dazu kämen 1 350 Entlassungen.

HB/dpa MANNHEIM/BADEN. Derzeit gibt es rund 17 500 Beschäftigte in Deutschland. In welchen Bereichen die Kündigungen erfolgten, sei noch unklar, sagte ein Unternehmenssprecher. Derzeit liefen die Gespräche zwischen dem Vorstand und den Betriebsräten.

Der Technologiekonzern erhofft sich damit vom Jahr 2004 an eine jährliche Kosteneinsparung in Höhe von 150 Mill. Euro. Die Gruppe mit der schwedisch-schweizerische Muttergesellschaft will weltweit 800 Mill. Dollar einsparen. Die ABB Deutschland ist die größte Auslandstochter des Konzerns.

Der Elektro- und Technologiekonzern hatte in 2002 einen Rekordverlust erwirtschaftet. Im Vorjahr wies das weltweit tätige Unternehmen einen Fehlbetrag von 787 Mill. Dollar (rund 744 Mill. Euro) aus. Die Talfahrt hatte 2001 begonnen, als ABB erstmals in seiner Geschichte rote Zahlen schrieb und ein Minus von 691 Mill. Dollar hinnehmen musste. In Deutschland war ein Umsatz von 2,9 Mrd. Euro erzielt worden.

ABB-Chef Jürgen Dormann versucht bereits seit September 2002, das hochverschuldete Unternehmen durch eine radikale Schrumpfkur wieder auf Kurs zu bringen. Der Konzern war 1988 aus der Fusion der schweizerischen Brown Boveri und der schwedischen Asea entstanden.

Nach dem Sparplan soll die Gesamtverschuldung bis Ende 2003 von acht auf 6,5 Mrd. Dollar, bis 2005 auf 4 Mrd. Dollar sinken. In diesem Jahr will ABB die Sparte Öl, Gas und Petrochemie sowie die Gebäudetechnik abstoßen. Durch die geplanten Verkäufe und Personalabbau im Kerngeschäft soll die ABB-Belegschaft weltweit von 139 000 bis Mitte 2004 auf 97 000 bis 99 000 sinken.

Dormann hatte sich Ende Februar im schweizerischen Baden jedoch zuversichtlich gezeigt, dank des Sparprogramms, des Verkaufs weiterer Unternehmensteile und der Konzentration auf die zwei profitablen Sparten Automations- und Energietechnik in diesem Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren zu können.

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