Vorstand verteitigt Restrukturierungsmaßnahme
Lucent baut deutschlandweit 900 Stellen ab

Die Lucent Technologies Network Systems GmbH wird im Rahmen einer großangelegten Restrukturierung des Konzerns deutschlandweit 900 Stellen abbauen. 600 davon fallen in der Fertigung von Mobilfunkstationen in Nürnberg-Langwasser weg, wie der zuständige Standortleiter und Lucent-Geschäftsführer Rainer Fechner am Dienstag ankündigte.

ddp-vwd NÜRNBERG. Fechner betonte jedoch, er sei zuversichtlich, in den nächsten drei Monaten einen Käufer für die Entwicklungsfabrik in Langwasser zu finden. Allerdings würden auch dann 80 Stellen wegfallen. Weitere 80 Arbeitsplätze sollen an den Standorten Bonn und Neu-Isenburg gestrichen werden. Durch den Verkauf der Augsburger Glasfaserproduktion an die japanische Firma Furukawa wurde die Mitarbeiterzahl von Lucent Deutschland bereits um 140 reduziert.

Hans Huber, Vorstand der Geschäftsleitung aus Bonn, verteidigte die Restrukturierung. Der globale Umbau des Telekomausrüsters könne nur erfolgreich sein, wenn "er ganzheitlich erfolge". Auch wenn Lucent Deutschland erfolgreich arbeite, wachsende Auftragszahlen habe und den Umsatz steigere, führe es doch kein "Nischendasein". Der Markt für GSM-Mobilfunkstationen sei "gesättigt". Nun müsse der Umbau auf UMTS gelingen. Dieser werde "in Absprache mit den Kunden" und am Markt orientiert erfolgen, sagte Huber. Das Unternehmen werde sich auf die Kernbereiche optische Netzwerke, UMTS und Internet-Zugangstechnologien konzentrieren.

Nachdem eine erste Restrukturierungsphase des US-Konzerns Lucent Anfang des Jahres noch auf Nordamerika beschränkt und an Deutschland spurlos vorübergegangen war, macht sich nun die zweite Phase auch in Europa bemerkbar. Europaweit sollen rund 6 000 Stellen wegfallen. Nach Angaben eines Aufsichtsratsmitglieds wurden in der ersten Jahreshälfte 19 000 Stellen in Amerika abgebaut. Anfang des Jahres gab es weltweit noch 106 000 Lucent-Beschäftigte. Inzwischen beschäftigt der Konzern noch 87 000 Mitarbeiter. Nun sollen weltweit nochmals 15 000 bis 20 000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Diese sind aber nicht ausreichend, um die von Fechner genannte Zahl von 60 000 Beschäftigten am Ende des Restrukturierungsprogramms zu erreichen.

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