Vorstand zurückgetreten
Stella-Tochter BMM stellt Insolvenzantrag

Die 100-prozentige Stella-Tochter (BMM) wird einen Planinsolvenzantrag stellen. Wie die Stella am späten Montagabend mitteilte, solle auf diesem Wege eine Sanierung des Geschäftsbetriebes ermöglicht werden.

dpa HAMBURG/BERLIN. Der Spielbetrieb werde aber weiterlaufen. Zugleich trat der gesamte Vorstand der Stella zurück. Zum alleinigen Vorstandsmitglied wurde Aufsichtsratsmitglied Hans-Martin Buhlmann bestimmt.

Wie die Stella weiter mitteilte, habe man in den vergangenen Wochen vergeblich versucht, Investoren oder finanzierende Banken zur Restrukturierung der BMM zu finden. Mit dem Planinsolvenzantrag in Eigenverwaltung sollen nun die Kosten in Verwaltung und Vertrieb gesenkt sowie Einsparpotenziale in den Theatern erzielt werden. Außerdem stehe der Verkauf oder die Stilllegung nicht profitabler Tochtergesellschaften an. BMM fungiert als Holding für die Musical- Betriebsgesellschaften.

Wie die "Financial Times Deutschland" (Dienstagsausgabe) berichtete, markiert der Einschnitt bei Stella den Abschied des Mehrheitsaktionärs Deutsche Entertainment AG (Deag) aus dem unrentablen Musical-Geschäft. Die Deag habe ihre Anteile an Stella Musical bereits an einen Treuhänder verkauft. Damit habe die Deag eine existenzielle Bedrohung für sich selbst abgewendet, berichtete das Blatt.

April-Gehälter nicht pünktlich ausgezahlt

Am Montag war bekannt geworden, dass Stella die April-Gehälter nicht pünktlich auszahlen kann. Wie aus dem Betriebsrat verlautete, wurden die bundesweit rund 2500 Beschäftigten bereits am Sonntagabend auf Betriebsversammlungen von den Zahlungsschwierigkeiten informiert. Begründet worden sei dies damit, dass eine Bank "den Zahlungslauf gestoppt" habe. Das Geld solle aber am 10. Mai überwiesen werden.

Im vergangenen Jahr hatte Stella bei Investitionen von mehr als 20 Mill. Euro rund 600 000 Euro Gewinn gemacht, was deutlich unter den Erwartungen lag. Konzernchef Peter Schwenkow kündigte an, eine Verlagerung der Stella-Zentrale von Hamburg nach Berlin zu prüfen. Deag hatte wesentliche Stella-Teile im April 2000 gekauft.

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