Vorstandschef Breuer: Private Banking in Amerika ist ausbaufähig
Deutsche Bank stärkt US-Geschäft

Mit der Übernahme des US-Unternehmens Rreef steigt die Deutsche Bank in die Liga der weltweit größten Vermögensverwalter auf. Im Immobiliengeschäft sind die Frankfurter nun sogar führend.

nw/po FRANKFURT/M. Die Deutsche Bank übernimmt für rund 500 Mill. US-Dollar den US-ImmobilienVermögensverwalter Rreef. Darauf einigte sich das Frankfurter Institut mit den Muttergesellschaften von Rreef, den niederländischen Fondsgesellschaften Robeco, Haselmere und Rodamco. Rreef verwaltete am 31. Dezember 2001 ein Vermögen von 16,2 Mrd. US-Dollar und zählt zu den führenden US-Immobilien- Anlagegesellschaften. Die Deutsche Bank zahlt den Kaufpreis in bar. Der Deal soll noch in der ersten Jahreshälfte 2002 über die Bühne gehen.

Mit dem Kauf stärkt die Deutsche Bank ihre Position in der Vermögensverwaltung erheblich. In der Immobilienanlage rückt sie mit einem verwalteten Vermögen von rund 36 Mrd. US-Dollar auf den ersten Platz weltweit vor. "Rreef ist eine Verstärkung, die wir gut vertragen konnten", sagte Deutsche-Bank-Chef Rolf-E. Breuer am Rande einer Pressekonferenz. Weitere Akquisitionen in der Vermögensverwaltung werde es nicht geben. "Hier sind wir ziemlich fertig", sagte Breuer. Erst im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank den Investmentfondsmanager Scudder von Zurich Financial erworben. Nach Abschluss der Transaktionen rückt der Deutsche Branchenprimus mit einem verwalteten Vermögen von 1,4 Billionen Euro in die Top Fünf Vermögensverwalter der Welt auf.

Im Geschäft mit vermögenden Privatkunden in den USA schloss Breuer weitere Zukäufe dagegen nicht aus: "Hier könnte das eine oder andere interessant sein." Auch im Investment-Banking würde sich die Deutsche Bank die Chance auf einen Zukauf nicht entgehen lassen.

Rreef konzentriert sich auf Investitionen in gewerbliche Immobilien, Bürogebäude, Wohngebäude sowie Einkaufszentren. Zu den 196 Kunden der amerikanischen Immobilienanlagegesellschaft zählen vor allem Unternehmens- sowie öffentlich-rechtliche Pensionskassen. Rreef beschäftigt derzeit rund 1 000 Mitarbeiter und soll auch in Zukunft vom bestehenden Management geführt werden.

Die Übernahme fügt sich nahtlos in die Immobilienstrategie der Deutschen Bank ein. Erst vergangene Woche gab das Institut bekannt, eine weltweite Plattform für Immobilieninvestments zu schaffen. Zu diesem Zweck wurden die regionale Gesellschaften unter dem Markennamen DB Real Estate zusammengefasst. Die gemeinsame Plattform, in die Rreef integriert werden soll, wird von Richard M. Gunthel in New York geführt. Unter diesem Dach sitzen bereits die Deutsche Grundbesitz, die Londoner Immobilien Private Equity Group sowie Immobilien Investmentmanager in New York, Italien und Australien. DB Real Estate ist in die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank (Deutsche Asset Management) integriert, die wiederum Teil der Säule Privatkundengeschäft und Asset Management (PCAM) ist.

DB Real Estate investiert in Immobilien, legt offene und geschlossene Immobilienfonds auf und engagiert sich auch im Bereich öffentlich gehandelter Immobilienwertpapiere. Zunehmend sollen den Kunden Produkte mit höherem Risiko aber auch höheren Renditeerwartungen als die klassischen Immobilieninvestments angeboten werden. In 13 Filialen weltweit sind rund 500 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Börse reagierte positiv auf den Deal. Die Aktie der Deutschen Bank legte zunächst um fast zwei Prozent zu, gab die Gewinne aber wieder ab und notierte nachmittags ein Prozent im Plus bei 74,30 Euro.

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