Vorstandschef Carl von Gablenz sorgt für Verwirrung: Cargolifter prüft Finanzierungsmöglichkeiten

Vorstandschef Carl von Gablenz sorgt für Verwirrung
Cargolifter prüft Finanzierungsmöglichkeiten

Der Luftschiffbauer Cargolifter ist nach eigenen Angaben auf staatliche Hilfe angewiesen, sollten die laufenden Gespräche über alternative Finanzierungsmöglichkeiten scheitern. "Wir führen Gespräche in allen Bereichen und sind zuversichtlich, dass sie zum Erfolg führen werden", sagte eine Firmensprecherin am Mittwoch. Sollten die anvisierten Finanzierungsmöglichkeiten greifen, sei Cargolifter nicht auf eine staatliche Unterstützung angewiesen. Staatliche Hilfe sei aber willkommen.

Reuters FRANKFURT. Am Nachmittag hatte die Sprecherin noch eine Aussage von Firmenchef Carl von Gablenz bestätigt, wonach das Unternehmen Cargolifter ohne staatliche Hilfe "nicht mehr machbar" sei. Der Aktienkurs war daraufhin zeitweise um mehr als 60 % eingebrochen. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte, mit Cargolifter in Kontakt über eine Bürgschaft zu stehen.

Derzeit würde die Beschaffung von Fremdkapital, der Einstieg strategischer Investoren, Kapitalmaßnahmen wie eine Kapitalerhöhung, eine staatliche Förderung oder eine Kombination aus den verschiedenen Möglichkeiten geprüft, sagte die Sprecherin weiter. Es sei geplant auf der Hauptversammlung am 16. März weitere Finanzierungsmöglichkeiten vorzustellen.

Die "Financial Times Deutschland" hatte in einem Vorabbericht den Vorstandsvorsitzenden Carl von Gablenz mit den Worten zitiert: "Das Cargolifter-Projekt (ist) im veränderten Umfeld ohne Staatshilfe nicht mehr zu machen." Die Sprecherin hatte die Aussage auf Anfrage zunächst bestätigt, später jedoch gesagt, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Die Bundesregierung führt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mit Cargolifter Gespräche über Finanzierungshilfen. "Wir sprechen mit dem Unternehmen über eine Bürgschaft", sagte ein Sprecher. "Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen." Ein Sprecher des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums sagte, derzeit könnten noch keine Aussagen über mögliche Landeshilfen gemacht werden.

Die liquiden Mittel von Cargolifter würden, wie bereits im November bekannt gegeben, noch mindestens bis zum Ende des ersten Quartals 2002 reichen, sagte die Firmensprecherin. Bis zum geplanten Beginn der Serienproduktion des Schwertransporters CL 160 in etwa drei Jahren benötigt das Unternehmen nach eigenen Angaben noch rund 283 Mill. ?.

Im November hatte Cargolifter über eine Kapitalerhöhung 34 Mill. ? eingenommen. 2002 würden für die Entwicklung des Schwertransporters CL 160 weitere 100 Mill. ? benötigt, hatte es damals bereits geheißen. Die liquiden Mittel würden, wie bereits im November angekündigt, noch bis zum Ende des ersten Quartals 2002 reichen, sagte die Sprecherin am Mittwoch. Aufgrund von Sparmaßnahmen könnten die Mittel aber noch etwas länger reichen.

Die seit Dezember 2000 im MDax gelistete Aktie des Unternehmens stürzte am Mittwochnachmittag um rund 60 % auf ein Rekordtief von 2,04 ? ab. Nach der Bestätigung des Ministeriums, Gespräche mit Cargolifter über staatliche Hilfen zu führen, machte das Papier einen Teil der Verluste wieder wett, notierte am Abend aber immer noch mit 40 % im Minus bei 3,18 ?.

Neben dem Schwertransporter CL 160 entwickelt Cargolifter auch den Transportballon CL 75. Der erste Prototyp sei bereits fertig, sagte die Sprecherin. Die kommerzielle Einführung ist für 2002/03 geplant. Die 1996 gegründete Firma betätigt sich in der Entwicklung, dem Bau, dem Betrieb und der Vermarktung von Großluftschiffen zum weltweiten Transport großer und schwerer Güter und beschäftigt derzeit 489 Mitarbeiter.

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