Vorstandschef hält an Internetplänen fest
Mischkonzern Vivendi kauft massiv eigene Aktien zurück

Mit Nachdruck hat der Vorstandschef des französischen Mischkonzerns Vivendi Universal S.A. Gerüchte dementiert, er wolle seine Internetpläne aufgeben. Vom Rückzug aus dem zusammen mit Vodafone Plc. betriebenen Internetportal Vizzavi könne keine Rede sein, stellte Jean-Marie Messier bei der Vorlage der Vivendi-Halbjahreszahlen klar.

abo PARIS. Doch die Investoren schätzen den Internet- und Medienkurs von Vivendi derzeit überhaupt nicht. Der Kurs halbierte sich seit Jahresbeginn auf rund 48 Euro und liegt damit unter Buchwert. Messier sieht in dem aktuellen Billigpreis seiner Aktie jedoch einen Vorteil. Er will in den nächsten Wochen "fünf Prozent unserer Aktien zurückkaufen, um sie zu vernichten".

Es gibt aber auch Analysten, die dem Unternehmen eisern die Stange halten. "Vivendi Universal ist seit langem auf unserer Kaufliste", heißt es beim Online-Analysedienst Firstinvest. Der Analyst setzt das Kursziel fast beim doppelten des jetzigen Kurses an: "Immerhin hat Vivendi seine ambitionierten Ziele für 2001 nach sechs Monaten schon nahezu erreicht."

Das sieht Messier genauso: Im ersten Halbjahr steigerte Vivendi Universal seine Umsätze im Medien- und Kommunikationsgeschäft gegenüber der Vorjahresperiode um 15 % auf 12,4 Mrd. Euro und die betrieblichen Erträge um 184 % auf 946 Mill. Euro. Die Hälfte dieser Gewinne steuert die Mobilfunktochter SFR bei. Inklusive der Versorgersparte setzte der französische Konzern von Januar bis Juni 26,4 Mrd. Euro um und erzielte dabei 1,1 Mrd. Euro Reingewinn - dies waren 0,97 Euro je Aktie.

Der Chef der Versorgersparte Vivendi Environnement S.A., Henri Proglio, kann mit seinem Bereich zufrieden sein. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2001 um 11,7 % auf 14 Mrd. Euro und der operative Gewinn legte um 13 % auf 970 Mill. Euro zu.

Vivendi Universal hat sich inzwischen vollständig von seinen BSkyB-Aktien getrennt. Als Zwischenkäufer fungierte die Deutsche Bank. Dadurch fließen bei Vivendi in den nächsten Tagen 4,2 Mrd. Euro in die Kasse, zu denen noch 3,9 Mrd. Euro Schuldenreduzierung kommen sollen.

Für 2002 ist Messier vorsichtig optimistisch und verweist auf die "defensiven Qualitäten" der Gruppe. Man sei nur noch zu einem Prozent von Werbeeinnahmen abhängig, 44 % flössen aus Abonnements.

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