Vorstandschef Schmid verteidigt auf der Hauptversammlung die hohen Ausgaben
Mobilcom glaubt an UMTS-Zukunft

Mobilcom will die hohen Kosten für die UMTS-Lizenz durch ein breites Multimedia-Angebot bewältigen Aktionäre kritisierten auf der Hauptversammlung die mangelhafte Informationspolitik zum UMTS-Geschäft. Nach den Verlusten des Vorjahres sollen 2001 operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben werden, sagte Schmid.

dpa HAMBURG. Das Telekommunikations-Unternehmen Mobilcom will die Milliarden-Kosten für die kommende Mobilfunkgeneration UMTS durch ein breites Angebot an Multimedia-Diensten bewältigen. Bis 2010 würden die derzeitigen GSM-Netze abgeschaltet, UMTS sei der Standard der Zukunft, verteidigte Vorstandschef Gerhard Schmid bei der Hauptversammlung am Donnerstag in Hamburg die hohen Ausgaben für die Lizenz. Aktionärsschützer kritisierten den Kurssturz der Mobilcom - Aktie und mögliche UMTS-Risiken.

Schmid sprach sich ausdrücklich gegen eine Änderung der UMTS- Lizenzbedingungen aus, die den Aufbau eigener Netze durch alle Anbieter vorschreiben. Nur in diesem Rahmen sei eine Kooperation möglich. Lizenznehmer hatten zuletzt angesichts der Milliardenkosten auch für gemeinsamen Netzaufbau plädiert. Mobilcom hatte im vergangenen Jahr 16,4 Mrd. DM für die Lizenz bezahlt.

Nach den Verlusten des Vorjahres sollen 2001 wieder operativ schwarze Zahlen geschrieben werden, sagte Schmid. Im Gesamtjahr solle operativ ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) erwirtschaftet werden. Die Mobilcom AG (Büdelsdorf) hatte 2000 ein Ebitda von Minus 22,1 Mill. DM (11,3 Mill. Euro) vorgelegt. Das UMTS-Geschäft der Mobilcom könne bereits vor dem angepeilten Jahr 2006 profitabel werden, sagte Schmid.

In Zukunft würden Kunden angesichts der höheren Handy-Kosten nur selten zwischen den Netzen wechseln, meinte Schmid. Bis 2010 will Mobilcom die Zahl der Kunden von derzeit 6,5 Mill. auf 11,7 Mill. erhöhen. Die Ausgaben der Nutzer sollen durch neue UMTS- Angebote wie mobiles Internet und Bildübertragung steigen. Mit einem eigenen Netz werde Mobilcom nicht mehr wie jetzt über 70 % des Umsatzes an Netzbetreiber abführen müssen.

Aktionärsvertreter kritisierten mangelhafte Informationspolitik

Aktionärsvertreter kritisierten, die Anleger seien mangelhaft über mögliche UMTS-Risiken informiert worden. Unter anderem würden die Kosten der UMTS-Lizenz in der Bilanz nach dem internationalen Standard IAS nicht ausreichend dargestellt. Nach Medienberichten wäre bei Bilanzierung nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) im Jahr 2000 1 Mrd. DM Verlust statt 175 Mill. DM nach IAS angefallen. Mobilcom meint, die Ausgaben sollten nicht sofort, sondern über die Laufzeit der Lizenz abgerechnet werden.

Die Mobilcom-Aktie war in den vergangenen zwölf Monaten von rund 140 Euro auf etwa 15 Euro gestürzt. Auch Schmid zeigte sich mit dem Aktienkurs unzufrieden. "Wir haben viel Geld verloren." Am Donnerstag legte das Papier rund 4 % auf 15,40 Euro zu.

Vom Großaktionär France Télécom wurden die Vize-Präsidentin Brigitte Bourgoin und Direktor Eric Bouvier in den Mobilcom - Aufsichtsrat gewählt. Der französische Telekom-Riese hält 28,5 % an Mobilcom und gewährte ein Darlehen von bis zu 2 Mrd. (3,9 Mrd DM) zum Aufbau des UMTS-Netzes durch Nokia und Ericsson.

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