Vorstandschef Schrempp äußert sich positiv über US-Sparte
Chrysler-Sanierung liegt im zweiten Quartal auf Kurs

Der US-Konzernteil Chrysler bereitet der Stuttgarter Daimler-Gruppe weniger Sorgen. Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Schrempp kündigt für das zweite Quartal bei Chrysler eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses an. Das drastische Sparprogramm zeigt bei Chrysler Wirkung, die Aussichten für den Rest des Jahres sind positiv.

zel STUTTGART. Vorstandschef Jürgen Schrempp verbreitet neuen Optimismus: Der angeschlagene Chrysler-Konzernteil aus den USA wird in diesem Jahr definitiv wieder Gewinne schreiben und damit die Aussichten der gesamten Daimler-Gruppe verbessern. Schrempp sagte in einem Gespräch mit dem Wall Street Journal, dass Chrysler im fast beendeten zweiten Quartal stark aufgeholt hat. Er sei sich sicher, dass der US-Konzernteil in diesem Jahr wie angekündigt in die Gewinnzone zurückkehren werde. "Wir werden bei Chrysler ein sehr gutes zweites Quartal haben - und damit natürlich auch im gesamten Konzern", sagte Schrempp.

Die Trendwende bei Chrysler sorgt für Erleichterung bei Schrempp und im restlichen Daimler-Chrysler-Konzern. Im vergangenen Jahr hatte der Chrysler-Teil noch einen operativen Verlust von knapp 2,2 Mrd. Euro verbucht, Ergebnis schwacher Produkte und zu hoher Kosten. Schrempp persönlich kam unter Druck, weil er die Devise der automobilen "Welt AG" ausgegeben hatte, die mit ihren Produkten rund um den Globus vertreten sein sollte. Wegen der Probleme bei Chrysler häuften sich Gerüchte, der Stuttgarter Konzern könnte seinen US-Arm wieder verkaufen und sich auf die Marke Mercedes konzentrieren. Bei Chrysler wirkt sich jetzt ein radikales Sparprogramm positiv aus: Fabriken wurden geschlossen und die Mitarbeiterzahl deutlich reduziert.

Schrempp wollte Spekulationen nicht kommentieren, wonach Daimler-Chrysler seine Ergebnisprognose für die gesamte Gruppe und für das gesamten Jahr in wenigen Tagen nach oben korrigieren werde. "Bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen am 18. Juli sollten wir mehr dazu sagen", deutete der Konzernchef lediglich an. Im Februar hatte der Stuttgarter Konzern angekündigt, dass der operative Gewinn dieses Jahres "das Doppelte des Ergebnisses von 2001 deutlich übertreffen" werde. Im vergangenen Jahr lag das operative Ergebnis bei 1,35 Mrd. Euro.

Zurückhaltend äußerte sich Schrempp über die Ertragsentwicklung für 2003. Zu groß seien die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten. Das ursprüngliche Ertragsziel des nächsten Jahres - 8,5 bis 9,5 Mrd. Euro - könnte später als geplant erreicht werden.

Positiv schätzte der Daimler-Chef die Entwicklung beim japanischen Partner Mitsubishi Motors ein. Schrempp bestätigte die Überlegungen, dass die Mitsubishi-Lkw-Sparte ("Fuso") als eigenständiges Unternehmen abgespalten werden könnte. Der Stuttgarter Konzern hoffe, darüber in den kommenden Monaten zu entscheiden. Bislang hält Daimler-Chrysler gut 37 % der Anteile des japanischen Konkurrenten. Bei einem separaten Lkw-Hersteller Fuso würde Stuttgart wahrscheinlich die Mehrheit übernehmen. Daimler-Chrysler müsste dann nicht die hohen Mitsubishi-Schulden in seiner eigenen Bilanz konsolidieren. Eine komplette Übernahme der restlichen Mitsubishi-Anteile hält Schrempp erst dann für möglich, wenn Mitsubishi seine Schulden abgebaut hat und wieder nachhaltig Gewinne schreibt.

Der Daimler-Zweisitzer Smart hat gute Aussichten, außer in Europa und Japan künftig auch in den USA verkauft zu werden. Nach den Worten Schrempps ist die Nachfrage groß genug, um den Verkauf zu wagen. Allerdings müsse der Smart zuvor noch einige US-Tests bei Abgaswerten und Sicherheitsstandards bestehen.

Quelle: Wall Street Journal Europe

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