Vorstandschefs beenden ihren monatelangen Streit
Einigung zwischen Arcor und Bahn AG erwartet

Der Streit um die Zukunft der Telekomgesellschaft Arcor soll endgültig beigelegt werden.

and/ek/slo DÜSSELDORF. Wie aus dem Umfeld des Unternehmens bekannt wurde, wollen Arcor und der Minderheitsgesellschafter Deutsche Bahn AG am Freitag den Vertrag über die Gründung einer gemeinsamen Tochtergesellschaft unterschreiben, die die bahnspezifischen Telekommunikationsdienste liefern soll. Damit wäre nach monatelangem Tauziehen der Weg für einen Börsengang von Arcor frei.

Die Tochtergesellschaft des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone will durch den Schritt auf das Parkett eine Akquisitionswährung bekommen, um ihr Wachstum zu finanzieren. Der Börsengang wird voraussichtlich im Sommer oder Herbst 2003 erfolgen.

Die Bahn, die 18 % der Arcor-Anteile sowie ein Vetorecht besitzt, blockierte dies bisher. Bahnchef Hartmut Mehdorn befürchtete, seinen Einfluss auf einen Teil der Bahn-Telekommunikationstechnik zu verlieren, wenn aus Arcor ein börsennotiertes Unternehmen würde.

Im Juli vereinbarten Bahn und Arcor schließlich, die bahnspezifische Telekommunikationstechnik in eine gemeinsame Tochtergesellschaft auszugliedern. Arcor hält 51,1 % der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen, der Telematik GmbH. Die Bahn bekommt den Rest, gibt ihr Vetorecht auf und zahlt nach Angaben aus Verhandlungskreisen knapp 1 Mrd. Euro an Arcor. Ab April 2005 hat die Bahn dann die Option, ihren Anteil an dem gemeinsamen Unternehmen zu erhöhen.

Die Arcor-Gruppe ist im Festnetzgeschäft der größte Konkurrent der Deutschen Telekom AG. Mit den Telekomdiensten für die Bahn hat Arcor im vergangenen Jahr 430 Mill. Euro umgesetzt - das ist ein Viertel des Gesamtumsatzes.

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