Vorstandschefs wollen neue Unternehmen als Tandem führen
WestLB ab September in neuer Rechtsform

Deutschlands größtes öffentlich-rechtliches Geldinstitut, die Westdeutsche Landesbank (WestLB) in Düsseldorf hat am Dienstag seine letzte Jahresbilanz in der alten Rechtsform präsentiert.

WiWo/ap DÜSSELDORF. Bei der Vorlage sagte WestLB-Vorstandschef Jürgen Sengera, die Bank stehe im laufenden Jahr vor der "umfassendsten Neustrukturierung" ihrer Geschichte. Bereits zum 1. September werde sich das Geldinstitut in die öffentlich-rechtliche Landesbank NRW und die privatrechtliche organisierte Tochtergesellschaft WestLB AG aufteilen.

Der nordrhein-westfälische Landtag soll bis zum 28. Juni des laufenden Jahres das notwendige Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen haben, hieß es im Geschäftsbericht. Vorstandschef der Landesbank NRW soll Bernd Lüthje werden, sagte Sengera. Er selbst will die WestLB AG als Vorstandschef führen. Laut Sengera wollen Lüthje und er die beiden Unternehmen "als Tandem" führen.

Die WestLB rechnet auch für 2002 "mit einem schwierigen Bankenjahr". Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung liege per Mai um 20 Prozent unter dem anteiligen Vorjahreswert, sagte der Vorstandschef. Er gehe dennoch davon aus, bei einer Belebung der weltweiten Konjunktur das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr mindestens halten zu können. 2001 litt das Geldinstitut unter Rezession und Börsentief, verzeichnete aber trotzdem mit knapp 1,2 Milliarden Euro das zweitbeste operative Ergebnis in seiner Geschichte.

Konzernweit werden 1 500 Arbeitsplätze abgebaut

Bei einer um acht Prozent auf 431,9 Mird. ? gestiegenen Bilanzsumme nahm das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertungen um 23,3 Prozent auf 1,185 Mrd. ? zu. Dagegen sank der Jahresüberschuss vor Steuern um 51,3 Prozent auf 385,3 Mill. ?. Die Ertragseinbußen standen laut Sengera in engem Zusammenhang mit der Schwäche der Finanzmärkte, vor allem der Aktienmärkte. So sei der Rückgang beim Provisionsüberschuss im Wesentlichen auf das Wertpapiergeschäft zurückzuführen.

Gemäß ihrer bisherigen Fokussierung auf zukunftsträchtige Märkte wird sich die WestLB nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden auch in ihrer neuen Struktur auf ihre Stärken als international operierendes europäisches Kreditinstitut konzentrieren. Zielkunden sollen weiterhin Unternehmen, Finanzinstitutionen, Sparkassen und öffentliche Kunden sein. Bis 2004 sollen nach den Worten Sengeras konzernweit 1 500 Arbeitsplätze abgebaut werden. Dies solle allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen.

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