Vorstandssprecher der Deutschen Bank kritisiert die Größe von Aufsichtsräten
Zu viel Aufsichtsratmitglieder in Großunternehmen

Rolf Breuer, der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, spricht sich für kleinere Aufsichtsräte für deutsche Großunternehmen aus.

Reuters FRANKFURT. Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, hat sich dafür ausgesprochen, die Aufsichtsräte der deutschen Großunternehmen zu verkleinern. Insgesamt stelle die Struktur der deutschen Großunternehmen mit den Organen Aufsichtsrat, Vorstand und Hauptversammlung in ihrer gegenwärtigen Form einen gravierenden Nachteil im Standortwettbewerb für Deutschland dar, sagte Breuer am Freitag in Frankfurt nach einer Konferenz mehrerer Unternehmenschefs zum Thema Unternehmensleitung und-struktur. "Die Aufsichtsräte sind viel zu groß und müssen häufiger tagen", sagte Breuer. Nur so würden sie zu einem echten Ratgeber für den Vorstand und könnten ihre Kontrollfunktion ausfüllen.

Breuer sagte, mit seinen Aussagen gebe er auch die Meinung verschiedener Vorstandschefs bei dem Treffen wider. Statt bislang zumindest viermal jährlich sollten sich die Kontrollgremien deutlich häufiger treffen, sagte Breuer. Um das Engagement der Aufsichtsratsmitglieder zu erhöhen, sollten diese unter anderem Aktienoptionen der Unternehmen erwerben dürfen, zugleich aber nicht zu viele Mandate gleichzeitig wahrnehmen. Wie in den USA solle eine Zielgröße von zwei bis drei Aufsichtsratsitzen für eine Person angestrebt werden.

Breuer sei geeigneter Kandidat für Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Auch die Deutsche Bank beschränke die Zahl der von ihren Vorstandsmitgliedern gehaltenen Aufsichtsratsmandate. Indirekt ließ Breuer keinen Zweifel daran, dass er nach seinem altersbedingten Ausscheiden aus dem Deutsche-Bank-Vorstand im Mai 2002 aus seiner Sicht ein geeigneter Kandidat für den Vorsitz im Aufsichtsrat der Großbank wäre. "Wir müssen einen Banker an der Spitze haben, und der kann nicht von der Konkurrenz kommen, sondern muss aus verständlichen Gründen aus dem eigenen Haus stammen."

Breuer hatte in der Vergangenheit bereits deutlich gemacht, dass er nur für den AR-Vorsitz zur Verfügung stehe. In Bankenkreisen wird erwartet, dass der amtierende Aufsichtsratchef Hilmar Kopper seinen Platz vorzeitig für Breuer räumen wird und sich dann auf seinen Aufsichtsratsvorsitz bei DaimlerChrysler konzentrieren werde. Die Deutsche Bank ist mit einem Anteil von knapp 12 % größter Aktionär des Stuttgarter Konzerns.

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