Vorstandssprecher korrigiert Angaben des Großaktionärs
Bei Grundig ist kein Standort sicher

Der Unterhaltungselektronik-Konzern Grundig stellt die sechs Produktionsstandorte im In- und Ausland auf den Prüfstand.

dpa FÜRTH. "Alle Standorte sind miteinander in Wettbewerb zu setzen", sagte der Vorstandssprecher der Grundig AG, Herbert Bruch, am Montag in einem dpa-Gespräch in Fürth. In der jetzt laufenden dritten Phase der Sanierung werde eine Analyse erstellt, die in einem halben Jahr Ergebnisse bringen werde.

"Dann werden wir entscheiden, was wann wo produziert wird", sagte Bruch. Grundig stellt zurzeit seine Geräte in den deutschen Werken Nürnberg-Langwasser, Bayreuth, Crossen sowie den ausländischen Werken in Wien, Braga (Portugal) und Llantrisant (Großbritannien) her.



Grundig-Vorstandssprecher widerspricht Großaktinär Kathrein

Der Grundig-Vorstandssprecher bestätigte, dass es Personalveränderungen am Standort in Nürnberg-Langwasser geben werde. "Der Vorstand steht aber zu seiner Aussage, dass an dem Personalstand von insgesamt 5 800 Mitarbeitern festgehalten wird." Die Zahl der Beschäftigten in Nürnberg von derzeit rund 2 000 könne je nach Ergebnis der Analyse nach oben oder unten korrigiert werden.

Bruch widersprach damit dem Grundig-Großaktionär Anton Kathrein, der sich am Sonntag in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" skeptisch über die Zukunft des Grundig-Produktionsstandortes geäußert hatte. Kathrein hatte darin gesagt, dass auf Grund von Strukturveränderungen in Nürnberg "400 bis 500 Beschäftigte in der Produktion freigesetzt werden müssten". Kathrein ist nach eigenen Angaben weltweit größter Antennenproduzent und mit 25,38 % größter privater Anteilseigner bei dem Traditionsunternehmen Grundig.

Das Werk in Langwasser bereitet dem deutschen Marktführer bei Farbfernsehgeräten schon seit Jahren Sorge. Die Auslastung des größten Werkes stieg im vergangenen Jahr zwar von 60 auf 70 %. "Damit ist das Werk aber noch nicht rentabel zu fahren", sagte Bruch. Jedoch sei in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der produzierten Fernsehgeräte von 240 000 auf 700 000 gesteigert worden. Die technische Kapazität liegt in Langwasser bei einer Million Geräten jährlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%