Vorsteuergewinn steigt im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent
SmithKline Beecham legt unerwartet gutes Ergebnis vor

rtr LONDON. Der britische Pharma-Hersteller SmithKline Beecham hat im dritten Quartal sein Ergebnis über die Erwartungen von Analysten hinaus gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei der Vorsteuergewinn vor Sonderposten um 26 Prozent auf 589 Millionen Pfund geklettert, teilte das Unternehmen am Dienstag in London mit. Die heute veröffentlichten Zahlen dürfte die letzte Veröffentlichung von Zwischenergebnissen vor der geplanten Fusion der SmithKline mit Glaxo Wellcome gewesen sein. Der Aktienkurs von SmithKline lag aufgrund einer angekündigten Verzögerung bei der Entwicklung des Medikamentes Ariflo im Minus.

Der Gewinn je Aktie sei im vergangenen Vierteljahr um 33 Prozent auf 7,3 Pence je Aktie gestiegen, teilte SmithKline weiter mit. Der Umsatz wuchs um 21 Prozent auf 2,19 Milliarden Pfund (7,34 Milliarden DM). Weltweit zogen die Pharma-Umsätze um 26 Prozent an, in den USA sogar um 42 Prozent. Zu den Bestsellern gehörte das Antidepressivum Paxil/Seroxat, dessen Umsatz um 43 Prozent auf 441 Millionen Pfund in die Höhe schnellte. Der Absatz des Antibiotikums Augmentin stieg um 21 Prozent auf 283 Millionen. Die Sparte Verbrauchergesundheit blieb mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau jedoch hinter den Erwartungen zurück.

SmithKline begründetet das gute Ergebnis unter anderem mit positiven Währungseffekten. Um diese Faktoren bereinigt, habe der Vorsteuergewinn lediglich um 19 Prozent und der Umsatz um 17 Prozent zugelegt. Den überdurchschnittlichen Zuwachs in den USA führten die Briten teilweise auf eine Änderung der Lagerhaltung der Pharma-Großhändler zurück. Exklusive dieser Effekte hätten die Medikamenten-Umsätze weltweit um etwa 15 Prozent und in den USA um 20 Prozent zugelegt.

SmithKlines Fusionspartner Glaxo hatte zuvor Neunmonatszahlen vorgelegt. Der Umsatz habe im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 6,86 Milliarden Pfund zugelegt, hieß es. Bei konstanten Wechselkursen belaufe sich das Plus auf 11 Prozent. Die große Nachfrage nach Medikamenten gegen Atemwegserkrankungen, Erkrankungen des Zentralen Nervensystems und Antiviren-Produkte hätten das Wachstum getragen, so Glaxo weiter.

David Beadle von UBS Warburg beurteilte die heute veröffentlichten Ergebnisse positiv. Selbst ohne die positiven Effekte aus der Änderung der Lagerhaltung hätten beide Unternehmen ein starkes Ergebnis vorgelegt. Beim Konkurrenten AstraZeneca sei hingegen eine Verlangsamung des Wachstums zu beobachten gewesen.

SmithKline-Chef Jean-Pierre Garnier zeigte sich optimistisch, dass die geplante Fusion mit Glaxo Wellcome noch in diesem Jahr vollzogen werde. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC prüft derzeit den Zusammenschluss, aus dem der weltweit führende Pharma-Konzern hervorgehen würde. Der zentrale Punkt der Untersuchungen sei der große Marktanteil der beiden Fusionspartner bei Anti-Raucher-Produkten wie beispielsweise Nikotin-Pflastern. Garnier ist der Überzeugung, die Einwände der US-Behörde zerstreuen zu können, so dass die Fusion ohne Zwangsverkäufe genehmigt wird. Mit Blick auf die schwache Performance der Sparte Verbrauchergesundheit dementierte Garnier erneut Gerüchte über eine geplante Ausgliederung im Anschluss an die Fusion mit Glaxo.

Der Aktienkurs von SmithKline lag am Dienstagnachmittag 4,2 Prozent im Minus bei 894 Pence. Marktbeobachter führten die Verluste unter anderem auf die Verzögerungen bei der Entwicklung Ariflo zurück. Die Tests der Phase drei des Medikamentes zur Behandlung von chronischen Lungenerkrankungen müssen SmithKline zufolge wiederholt werden, wodurch das Genehmigungsverfahren um neun bis zwölf Monate verzögert werde. Diese Verzögerung ist jedoch bereits angedeutet worden und trifft den Markt nicht unvorbereitet, sagte Frank Gregori von BNP Paribas. Ein weiterer Belastungsfaktor seien Spekulationen über eventuelle Nebeneffekte des Glaxo-Medikamentes Lotronex, hieß es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%