Vorsteuerverlust verbucht: Dyckerhoff gibt trüben Ausblick

Vorsteuerverlust verbucht
Dyckerhoff gibt trüben Ausblick

Der Wiesbadener Baustoffhersteller Dyckerhoff hat im vergangenen Jahr vor Steuern rote Zahlen geschrieben und sieht auch für 2003 keine wesentliche Besserung der Marktlage in Deutschland.

Reuters WIESBADEN. Allerdings sei der Fehlbetrag von 135 bis 145 Millionen Euro vor allem durch 70 Millionen Euro Restrukturierungsmaßnahmen sowie einer zu erwartenden Kartellbuße über 107 Millionen Euro angefallen, teilte Dyckerhoff am Montag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Der Konzernumsatz sank 2002 indes um sieben Prozent auf 1,535 Milliarden Euro, wobei hier insbesondere die schwache Inlandsnachfrage zu Buche schlug.

Für das eben angelaufene Geschäftsjahr zeigte sich Dyckerhoff wenig optimistisch: "Die Bautätigkeit in Deutschland wird in allen drei Sektoren Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und öffentlichem Bau weiter nachlassen", hieß es. Insofern sei mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau zu rechnen. Infolge der im vergangenen Jahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen rechnet der Konzern jedoch wieder mit einem positiven Ergebnis. Dafür sollen in diesem Jahr auch weitere Stellen abgebaut werden, wie Finanzvorstand Wolfgang Bauer zu Reuters sagte.

Mit einem Umsatzrückgang von 15 Prozent auf 671 Millionen Euro zeigte sich bei Dyckerhoff im vergangenen Jahr insbesondere das Deutschlandgeschäft sehr schwach. Ursache seien die rückläufige Bauwirtschaft sowie "Marktauseinandersetzung", wie es mit Blick auf den Preiskampf in der deutschen Zementbranche hieß. Unter anderem bedingt durch den gestiegenen Euro-Kurs zum Dollar sei auch der US-Umsatz deutlich zurückgegangen.

Dyckerhoff wird wie fast 30 andere Zementfirmen vom Bundeskartellamt der verbotenen Preisabsprache verdächtigt. Daraus resultiert die von dem Wiesbadener Unternehmen in die Rückstellungen gebuchte Geldbuße von mehr als 100 Millionen Euro. Insgesamt könnte die Bonner Wettbewerbsbehörde Geldstrafen von bis zu einer Milliarde Euro aussprechen. Im vergangenen Jahr reduzierte sich in Deutschland der Preis pro einer Tonne Zement um beinahe die Hälfte.

Im restlichen Europa seien hingegen die Erlöse um 15 Prozent gewachsen, wobei hierin auch Erstkonsolidierungen in der Ukraine und Tschechien enthalten seien, teilte Dyckerhoff weiter mit. Insgesamt habe sich der Auslandsanteil an den Konzernerlösen auf 56 Prozent von zuvor 52 Prozent erhöht. Ohne Veränderungen im Konsolidierungskreis wäre 2002 der Umsatz um neun Prozent gesunken.

Auch für 2003 zeigte sich Dyckerhoff wenig optmistisch, zumindest was die Bauwirtschaft in Deutschland angeht. "Die Nachfrage nach Zement und Beton wird in Deutschland weiter sinken", prophezeite der Konzern. Auch in den USA dürften sich die Geschäfte leicht rückläufig entwickeln, hieß es. Auf den osteuropäischen Märkten werde hingegen mit einer Belebung gerechnet. Vor dem Hintergrund dieser geteilten Prognose rechne Dyckerhoff 2003 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau.

Ungeachtet des trüben Marktausblickes erwartet Dyckerhoff in diesem Jahr eine bessere Ergebnisentwicklung infolge der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen. Bis 2004 sollen Kosten in Höhe von 95 Millionen Euro eingespart werden, 50 Millionen Euro davon alleine in diesem Jahr. Insgesamt werde daher nicht mit einem Verlust gerechnet: "Wir erwarten, insgesamt wieder ein positives Jahresergebnis zu erzielen."

Wie Finanzvorstand Bauer der Nachrichtenagentur Reuters sagte, verhandelt die Unternehmensführung derzeit mit dem Betriebsrat über den weiteren Abbau von rund 400 Stellen. Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Dyckerhoff-Mitarbeiterzahl vor allem in folge von Firmenübernahmen in Osteuropa zwar um fast 1000 auf 9831 Beschäftigte. In Deutschland seien allerdings 527 Arbeitsplätze abgebaut worden, hieß es.

Der Kurs von Dyckerhoff-Stammaktien gab nach Vorlage der vorläufige Zahlen zunächst kurz nach, drehte dann jedoch ins Plus und gewann mehr als zwei Prozent auf 5,33 Euro.

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