"Vorstufe zum Katastrophenfall"
Unwetter in Europa fordern Todesopfer

Verheerende Unwetter in Europa haben schon mehrere Todesopfer gefordert. In Bayern starben drei Menschen. Im schwäbischen Landkreis Günzburg droht nach den schweren Unwettern von der Nacht zum Freitag eine Hochwasserwelle.

dpa DIEDORF/GÜNZBURG. Mehrere Menschen werden nach einer ersten Übersicht der Polizei noch vermisst. Am schlimmsten ist Schwaben betroffen, aber auch in Oberbayern, Franken und Ostbayern wurden seit Donnerstagabend nach heftigen Regenfällen zahlreiche Straßen überflutet. Hunderte von Kellern liefen voll Wasser. Im Breisgau, am Oberrhein und im Schwarzwald verursachten heftige Niederschläge Erdrutsche sowie ebenfalls zahlreiche überflutete Straßen und Keller.

In einer völlig überfluteten Tiefgarage im schwäbischen Diedorf entdeckten Taucher die Leiche eines Mannes, berichteten die Einsatzkräfte. In dem Ort hatten die Rettungskräfte zuvor bereits die Leichen einer alten Frau und eines Mannes entdeckt.

Auch in anderen Teilen Europas haben in der vergangenen Nacht Unwetter gewütet

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In Italien sind vor allem die nordöstlichen Regionen Venetien und Friaul betroffen. Es gab dort Überschwemmungen und mehrere Erdrutsche. In Venedig erreichte das Hochwasser die Höhe von 121 Zentimeter über dem Normalpegel. Dies sei ein neuer Rekord für Juni, berichteten italienische Medien. Auch in den an Frankreich grenzenden Regionen Piemont und Aostatal hatten sintflutartige Regenfälle am Donnerstag Schäden angerichtet.

Überschwemmungen in Frankreich und der Schweiz

Ein heftiger Gewittersturm mit sintflutartigen Regenfällen hat im Südosten Frankreichs Überschwemmungen verursacht, Schlammlawinen ausgelöst und Straßen blockiert. Eine 80-jährige Frau ertrank nach Angaben der Polizei von Freitag im Hochwasser ihres Hauses am Fluss Drome. Mehrere Dörfer in der Region um Valence wurden durch überschwemmte Straßen vom Verkehr abgeschnitten. Das Unwetter am Donnerstagabend war allerdings lokal begrenzt und von kurzer Dauer.

In Pont-de-Beauvoisin (Savoyen) mussten zwanzig Jugendliche wegen überschwemmter Straßen die Nacht in ihrer Schule verbringen. Am Abend waren in der Region Isère dutzende Straßen durch Hochwasser und Schlammmassen blockiert. Mehrere Menschen, deren Häuser von Erdrutschen bedroht wurden, mussten mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. In der Region um Chambéry war der regionale Zugverkehr blockiert.

Die heftigen Unwetter haben auch in der Schweiz Überflutungen und Erdrutsche ausgelöst. Nach ersten Berichten der Behörden gibt es aber keine Opfer. In der Region Luzern und im Kanton Schwyz waren die Feuerwehren bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz.

Bewohner müssen Häuser räumen

Anwohner des schwäbischen Ortes Günzburg wurden währenddessen aufgefordert, ihre Häuser zu sichern und zu verlassen. "Das ist eine Vorstufe zum Katastrophenfall", sagte ein Polizeisprecher in Krumbach. Die Lage sei angespannt. Zahlreiche Flüsse drohten über die Ufer zu treten. In Eppishausen im Unterallgäu wird eine 27 Jahre alte Frau vermisst. Neben Schwaben sind auch Oberbayern, Franken und Ostbayern von den Unwettern schwer betroffen.

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