Vortagsverluste mehr als wettgemacht
Neue-Markt-Indizes klettern auf den höchsten Stand seit Sommer

Die Kurse am Neuen Markt streben weiter nach oben. Nachdem sich die Hinweise häufen, dass der jüngste Flugzeugabsturz in New York nicht auf einen Terrorakt zurückzuführen ist, atmen die Märkte wieder durch.

FRANKFURT/M. Für die anhaltend gute Gesamtstimmung spricht auch, dass interpretationsbedürftige Unternehmensmeldungen von den Anlegern positiv ausgelegt werden. Vor einigen Monaten war die Situation noch genau umgekehrt: Alles, was nicht eindeutig positiv war, wurde erst einmal als Warnsignal gewertet.

So musste CE Consumer zwar ein verlustreiches drittes Quartal melden - das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag 4,36 Mill. DM im Minus -, doch auf die ersten neun Monate gerechnet konnte sich CE mit 2,69 Mill. DM in den schwarzen Zahlen halten. Im Vorjahr hatte der Chip-Broker Ende September allerdings bereits das Siebenfache verdient. Dennoch wurden die Quartalszahlen positiv interpretiert, da die meisten Experten einen deutlicheren Einbruch erwartet hatten. Ganz in Manier des Motivators kündigte CE-Chef Erich Lejeune ein deutlich besseres viertes Quartal an und für 2002 sogar eines der besten Jahre der Firmengeschichte. Die Anlegergemeinde folgte den Interpretationen und machte die Aktie von CE mit einem Plus von 12,5 % auf 8,10 Euro zu einem der großen Tagesgewinner. Anfang Oktober kostete das Papier noch wenig mehr als 4 Euro. Übertrumpft wurde der Kursanstieg noch von Senator, die ihren steilen Aufwärtstrend mit einem Plus von 17 % auf 5,10 Euro festigten.

Gefragt waren wieder einmal auch die Direktbanken. Das Spiel "Wer übernimmt wen?" sorgt noch immer für Bewegung und freut die Anleger. So kostet die Consors-Aktie nach ihrem gestrigen Plus von 7,4 % wieder 12,99 Euro. Der Direktbroker hatte am Morgen über 61 Mill. Euro Nachsteuerverlust berichtet. Zudem hatte die Muttergesellschaft Schmidt-Bank Bereitschaft geäußert, ihre Anteile abzugeben. Nachdem kürzlich noch anders aussah, scheint auch Comdirect (+ 8,9 %) wieder zurück im Spiel zu sein. Auch die DAB verzeichnete ein Kurszuwachs von 19,4 % auf 17,15 Euro. Insgesamt stieg der Nemax 50 um 5 % auf 1 157 Punkte und der Nemax um 3,9 % auf 1 108 Zähler. So hoch standen die Indizes seit Ende August nicht mehr.

Von einem geschickten Deal zwischen der Muttergesellschaft United Internet mit dem US-Unternehmen Doubleclick profitierte Adlink mit einem Plus von 12,5 %. Fortec legte nach der Meldung über einen guten Start ins Geschäftsjahres 2001/02 und positive Aussichten um 4,9 % zu. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um 25 % auf 1,0 Mill. DM gestiegen, der Umsatz auf 16,3 Mill. DM. gewachsen. Bei Morphosys (+ 5,9 %) zahlten sich sinkende Verluste bei steigenden Umsätzen aus. Außerdem deutete das Unternehmen an, demnächst einen strategischen Partner präsentieren zu können. Bei Hoeft & Wessel (+ 4,4 %) war der Umsatz von Januar bis September auf 109 (88) Mill. DM gewachsen, der operative Verlust habe sich auf 2,8 Mill. DM vervierfacht, hieß es. Die Mühlbauer-Aktie konnte ihr Niveau trotz leicht rückläufiger Umsatz- und Ergebniszahlen halten. Auf der Verkaufsliste standen nach schwachen Zahlen SER (- 9,1 %).

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