Vorteile gegenüber Immobilienfonds
Steuerliche Konzeption von Windparks

Seit der Einführung des Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) zum 1. April 2000 besteht eine hohe Sicherheit für die Erträge von Windenergieanlagen. Investitionen in deutsche Windparks erfreuen sich daher bei Kapitalanlegern einem hohen Zuspruch.

Im Vordergrund steht hierbei die Beteiligung der Kapitalanleger als Kommanditisten in Publikumsfonds in der Rechtsform der GmbH & Co. KG. Daneben finden sich vermehrt Investitionen vermögender Kapitalanleger, die eine einzelne Windenergieanlage oder einen gesamten Windpark erwerben. Die Investition in Windparks in Form von Publikumsfonds oder Private Placements sind gerade für klassische Immobilieninvestoren zu einer attraktiven und gesuchten Alternative geworden.

Bei der Finanzierungsstrukturierung sowie der betriebswirtschaftlichen Konzeption dieser Windparks genießt die steuerliche Konzeption eine herausragende Bedeutung. Durch verschiedene Maßnahmen (Gesetzesänderungen durch das Steuersenkungsgesetz, In-Kraft-Treten neuer steuerlicher Vorschriften oder neue Verwaltungsanweisungen der Finanzverwaltung) haben sich die Rahmenbedingungen für die steuerliche Konzeption von Windparks im Jahre 2001 wesentlich geändert. Im folgenden soll auf einige besonders wesentliche Änderungen der Rahmenbedingungen - ohne auf die einzelnen Details eingehen zu können - hingewiesen werden.

Neue AfA-Tabelle seit dem 1. Januar 2001

Seit dem 1. Januar 2001 gelten die neuen amtlichen AfA-Tabellen. Diese regeln die Nutzungsdauer der einzelnen Wirtschaftsgüter, die wiederum die Höhe der zulässigen Abschreibung für Abnutzung (AfA) bestimmen. Die wesentlichen Änderungen für Windenergieanlagen besteht darin, daß die Nutzungsdauer einer Windenergieanlage auf 16 Jahre verlängert worden ist. Dadurch beträgt die jährliche lineare AfA jetzt 6,25 % der Anschaffungskosten/Herstellungskosten der Windenergieanlage. Voraussetzung hierfür ist, daß die Windenergieanlage bis zum 30. Juni 2001 in Betrieb genommen worden ist. Erfolgt die Inbetriebnahme in dem Zeitraum vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2001, so halbiert sich die lineare AfA und beträgt damit noch 3,125 % der Anschaffungskosten/Herstellungskosten der Windenergieanlage.

In der Praxis wird im Regelfall aber nicht die lineare Abschreibung, sondern die degressive Abschreibung gewählt. Die degressive AfA betrug bis zum 31. Dezember 2000 das dreifache der Jahres-AfA. Ab dem 1. Januar 2001 ist die degressive AfA auf das zweifache der linearen AfA beschränkt. Bei Aufbau der Windenergieanlagen im ersten Halbjahr beträgt die degressive AfA 12,5%, bei Aufbau im zweiten Halbjahr 6,25%.

Inanspruchnahme der 20 %-igen Sonderabschreibung

Im Rahmen der Ermittlung der betriebswirtschaftlichen Anlaufverluste aus dem Betrieb eines Windparks wurde bis zum 31. Dezember 2000 die Sonderabschreibung zur Förderung kleiner und mittlerer Betriebe nach § 7 g EStG in Anspruch genommen. Voraussetzung für die Inanspruchnahme war und ist:

- Betriebsvermögen nicht größer als DM 400.000 zum Schluß des der Anschaffung oder Herstellung der Windenergieanlage vorangehenden Wirtschaftsjahres,
- Verbleiben der Windenergieanlage von mindestens einem Jahr nach seiner Anschaffung oder Herstellung im Betrieb,
- Ausschließliche oder fast ausschließliche betriebliche Nutzung der Windenergieanlage im Betrieb des Steuerpflichtigen.

Waren diese Voraussetzungen erfüllt, so konnte eine Sonderabschreibung von bis zu 20 % der Anschaffungs- oder Herstellungkosten der Windenergieanlage/n in Anspruch genommen werden. Diese Regelung galten sowohl für Einzelinvestoren als auch für Publikumsgesellschaften.

Seit dem 1. Januar 2001 sind die tatbestandlichen Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Sonderabschreibung wesentlich verschärft worden. Zu den weiteren Voraussetzungen gehört nunmehr, daß für die Anschaffung oder Herstellung der Windenergieanlage bereits eine rechtlich zulässige Rücklage von dem Steuerpflichtigen gebildet worden ist. Erfüllt der Windparkfonds oder der einzelne Erwerber der Windenergieanlagen nicht die tatbestandlichen Voraussetzungen des § 7 g EStG, so können die betriebswirtschaftlichen Anlaufverluste in Höhe von 20% der Anschaffungskosten nicht mehr wie in den Vorjahren geltend machen.

Bei der Beurteilung der steuerlichen Konzeption der Angebote für Beteiligungen an Windparkfonds müssen Investoren und ihre steuerlichen Berater sorgfältig prüfen, ob die steuerliche Konzeption der Windparkfonds die Inanspruchnahme der 20%igen Sonderabschreibung erlaubt.

Sofort abzugsfähige Betriebsausgaben

Die steuerliche Attraktivität von Immobilienfonds für Kapitalanleger durch betriebswirtschaftliche Anlaufverluste hat der Bundesfinanzhof kürzlich erheblich eingeschränkt. Mit zwei Urteilen vom 28. Juni (IV R 40/97) und 8. Mai 2001 (IX R 10/96) hat das Gericht bei Immobilienfonds die Vermittlungsprovisionen, Treuhandgebühren, Notarkosten, Mietgarantiegebühren nicht als sofort abzugsfähige Werbungskosten anerkannt, sondern als Anschaffungskosten der Immobilie behandelt. Wendet die Finanzverwaltung diese Rechtsprechungsgrundsätze künftig an und wendet sich vom Bauherrenerlass ab, so sinken die betriebswirtschaftlichen Anlaufverluste der Immobilienfonds und ihrer Kommanditisten dramatisch.

Auf gewerbliche Mobilienfonds, wie z.B. Windparks sind diese Rechtsprechungsgrundsätze nach der derzeitigen Auffassung der Finanzverwaltung und der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes nicht anwendbar, so dass diese Kosten bei Windparkfonds, Medienfonds etc. weiterhin sofort abzugsfähig bleiben. In der Praxis ist daher auch unter diesem Gesichtspunkt mit einem erhöhten Interesse von bisherigen Immobilienanlegern an Windparkbeteiligungen zu rechnen.

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