Vorwahl in Florida: Doppelter Erfolg für McCain in Florida

Vorwahl in Florida
Doppelter Erfolg für McCain in Florida

John McCain hat Florida nicht nur mit deutlichem Vorsprung vor Mitt Romney gewonnen, er hat mit Rudy Giuliani offenbar auch einen neuen Unterstützer erhalten. Die Entscheidung bei den Republikanern fällt erst in einer Woche am Super Tuesday - aber der 71-jährige Vietnam-Veteran sieht sich bereits jetzt als Kandidat seiner Partei: "Ich bin sicher, wir werden diesen Wettbewerb gewinnen - und bei dem größeren Wettbewerb im November werden wir jeden schlagen, egal wen die Demokraten aufstellen".

FLORIDA. Mit der Wahl in dem Sonnenscheinstaat hat sich auch das Rennen der Republikaner um die US-Präsidentschaft zu einem Zweikampf entwickelt. Rudy Giuliani macht es zwar noch nicht offiziell, aber in seiner Rede nach Bekanntgabe der Ergebnisse in Florida spricht von seiner Kandidatur bereits in der Vergangenheitsform. Und John McCain, der strahlende Wahlsieger, bedankt sich bereits für die "Inspiration", die sein Freund Giuliani in den Wettlauf eingebracht hatte. Nach übereinstimmenden Berichten von US-Medien verhandeln die beiden hinter den Kulissen, womöglich schon heute könnte sich Giuliani hinter McCain stellen.

McCain gewann die Wahl in Florida, die ersten in einem bevölkerungsreichen Staat mit 36 Prozent der Stimmen - und damit überraschend deutlich vor dem zweitplatzierten Mitt Romney (31 Prozent). Romney, ein ehemaliger Investmentbanker, hatte vor allem auf die aufziehende Rezession und seine Wirtschaftskompetenz gesetzt. Mike Huckabee, der Baptistenprediger und Kandidat der religiösen Rechten kam nur auf 13 Prozent. Damit liegt er zwar noch hinter Giuliani (15 Prozent), doch will Huckabee weiterkämpfen: "Ich fliege jetzt zu nächsten Debatte nach Kalifornien. Ich bin mir nicht sicher, ob wir da alle wieder auf der Bühne stehen werden - aber ich werde es."

Mit diesem Ergebnis geht John McCain nun als eindeutiger Favorit der Republikaner in den Super Tuesday am kommenden Dienstag, bei dem in 22 Bundesstaaten rund die Hälfte der Delegiertenstimmen vergeben werden. Romney bleibt angesichts der wachsenden Wirtschaftssorgen der Amerikaner ein ernst zu nehmender Gegner, wird es aber bei einer offenen Unterstützung Giulianis für McCain aber sehr schwer haben.

Zuletzt hatten sich auch große Teile des republikanischen Parteiestablishments hinter McCain gestellt, der bislang aufgrund seiner liberalen Haltungen und seiner offenen Kritik am urspünglichen Irak-Kurs der Bush-Regierung als Außenseiter gesehen worden war. Nicht umsonst betonte McCain jetzt seine Wurzeln "in der Partei Ronald Reagans".

Bei den Demokraten gewann Hillary Clinton 50 Prozent der Stimmen, deutlich mehr als Barack Obama (33 Prozent) und John Edwards (14 Prozent). Allerdings handelte es sich dabei um einen reinen Schönheitswettbewerb, mit dem Clinton ihre letzte Schlappe in South Carolina vergessen machen wollte. Die Parteiführung hatte Florida alle Delegiertenstimmen abgenommen, nachdem der Bundesstaat den Wahltermin eigenmächtig vorverlegt hatte. Alle Kandidaten hatten sich zunächst an das Wahlkampfverbot in Florida gehalten, doch war Clinton zuletzt ausgeschert.

Clinton und Obama gehen Kopf an Kopf in die Wahlen am Super Tuesday. Edwards werden keinerlei Chancen zugerechnet. Doch er will offenbar so viele Delegierte wie möglich gewinnen, um seinen Einfluss zu erhalten - und womöglich um Clinton einen Teil der Stimmen der weißen Stammwähler der Demokraten abspenstig zu machen.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik
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