Vorwahlen in Florida und Michigan
Demokraten streiten umd Wahlstimmen

Wie sollen die für ungültig erklärten Vorwahlen in Florida und Michigan im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gewertet werden – und sollen oder können sie das überhaupt? Damit befasst sich die Parteiführung.

HB WASHINGTON. Zwischen Hillary Clinton und dem derzeitigen Favoriten Barack Obama ist strittig, wie die 368 Delegierten der Vorwahlen verteilt werden sollen. Die Parteiführung versuchte auf einer Sitzung in Washington, einen Kompromiss zu finden. Die Stimmen waren ungültig geworden, da beide Staaten ihre Vorwahlen zu früh abgehalten hatten. Die Abstimmungen fanden dennoch statt, in beiden Fällen gewann Clinton. In Michigan war Obama allerdings gar nicht erst angetreten.

Dabei zeichnete sich ein erster Kompromiss ab. Ein Wahlkampfstratege Obamas erklärte, der Senator aus Illinois sei bereit, Delegiertenstimmen an Clinton abzugeben. „Im Interesse, dies zu einem Ende zu bringen, damit wir uns auf den eigentlichen Wahlkampf konzentrieren können“, sagte David Plouffe. Bezüglich Florida scheint eine Einigung möglich, da beide Kandidaten zur Wahl standen. Die mögliche Verteilung der rund 160 Stimmen aus Michigan war jedoch unklar.

Die Parteiführung muss dabei einen Kompromiss finden: Alle bei den Vorwahlen abgegebenen 2,3 Millionen Stimmen sollen für die Entscheidung zählen, denn in den zwei Staaten sollen keine Wähler verprellt werden, die bei der Abstimmung am 4. November ausschlaggebend sein könnten. Gleichzeitig sollte ein Parteigremium nicht das Zünglein an der Waage spielen und die Mehrheitsverhältnisse verdrehen.

Obama fehlten am Freitag nach Zählungen der Nachrichtenagentur AP noch 42 der für die Nominierung nötigen 2 026 Stimmen. Er liegt damit rund 200 Stimmen vor Clinton in Führung, die sich darum bemüht, alle Stimmen aus Florida und Michigan voll zählen zu lassen und damit hofft, wieder zu Obama aufzuschließen. Vor dem Tagungsort des Parteikomitees demonstrierten rund 500 Menschen, zumeist Anhänger Clintons, die die Berücksichtigung aller abgegebenen Stimmen forderten. Obama hatte an seine Anhänger appelliert, nicht zu demonstrieren.

Am Sonntag steht noch eine Vorwahl in Puerto Rico an, für die Clinton als Favoritin gilt. Den Abschluss bilden am Dienstag Vorwahlen in Montana und South Dakota. Clinton hat angekündigt, nötigenfalls bis zum Nominierungsparteitag im August um einen Sieg kämpfen zu wollen.

Die Parteiführung ist indes zunehmend besorgt, dass der andauernde innerdemokratische Wahlkampf die Chancen der Partei für einen Sieg bei der Präsidentenwahl schmälern könnte. Michigan und Florida hatten sich über die interne Anweisung hinweggesetzt, ihre Vorwahlen nicht vor dem 5. Februar anzusetzen.

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