Vorwahlergebnisse in Florida und Michigan
Hillary Clinton hat wieder das Nachsehen

Vor den letzten Vorwahlen ist die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten für Barack Obama in greifbare Nähe gerückt: Die Partei beschloss, die Ergebnisse der bislang ausgeschlossenen Staaten Florida und Michigan nur zur Hälfte zu berücksichtigen und versetzte damit Obamas Rivalin Hillary Clinton einen herben Rückschlag.

HB WASHINGTON. Mit dem Kompromiss verkürzte die Senatorin aus New York zwar den Abstand auf ihren Konkurrenten etwas, Obama war aber nur 66 Delegiertenstimmen von der Mehrheit entfernt.

Vertreter Clintons reagierten gereizt auf den Kompromiss, weil er Obama auch Stimmen in Michigan zuspricht, wo er gar nicht auf den Stimmzetteln gestanden hatte. Clinton hatte gefordert, in Michigan müssten 73 Delegierten auf sie verpflichtet werden, 55 sollten frei entscheiden können. Der Ausschuss folgte aber einem Kompromissvorschlag der Parteiführung von Michigan, Clinton 69 und Obama 59 Delegierte zuzusprechen. Deren Stimmen sollten nur zur Hälfte zählen. Die Reduzierung des Gewichts der Staaten beim Parteitag um die Hälfte gilt auch für Florida, wo Clinton 105 und Obama 67 Delegierte gewann.

Obama gewann damit 32 Delegierte in Michigan einschließlich sogenannter Superdelegierter hinzu und 36 in Florida. Clinton bekam 38 in Michigan und 56,5 in Florida. Obama hat nun insgesamt 2 052, Clinton 1 877,5 Delegiertenstimmen sicher. Nun werden beim Parteitag 2 118 Delegiertenstimmen zum Gewinn der Präsidentschaftskandidatur erforderlich.

Der Bundesvorstand der Demokratischen Partei hatte Michigan und Florida ausgeschlossen, weil beide Staaten ihre Vorwahlen entgegen einer klaren Frist vor dem 5. Februar abhielten. Obama hatte deshalb gar nicht erst an der Vorwahl in Michigan aktiv teilgenommen. Clintons Vertreter Harold Ickes sagte nach der Ausschussitzung, die Senatorin behalte sich vor, die Kompromisslösung anzufechten. Damit könnte sich der Kampf um die Nominierung bis zum Parteitag im August hinziehen. Allerdings räumten Vertraute Clintons ein, dass Obama bei den noch ausstehenden Vorwahlen in Puerto Rico am heutigen Sonntag (Beginn um 14 Uhr MESZ) sowie in South Dakota und Montana am Dienstag die notwendigen Delegiertenstimmen erzielen werde.

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