Vorwahlkampf in den USA
Die „Präsidentenpflücker“ von New Hampshire

Im Bundesstaat New Hampshire finden traditionell die ersten Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl statt. Ein Naturgesetz, zumindest in den Augen von William M. Gardner, Secretary of State des Bundesstaates. Und wer sich daran vergeht, der sündigt. Doch Gardners Problem ist: Es gibt derzeit einfach zu viele, die sich versündigen möchten. Das frühe Wahlgedrängel bringt die komplette Terminplanung für die Kandidatenkür ins Rutschen.

CONCORD. Wenn William M. Gardner über seinen Auftrag spricht, dann kann ihm sein trockener Humor schon mal abhandenkommen. Vor allem dann, wenn es um die aktuellen Gefahren für sein Lebenswerk geht. "Die Freiheitsstatue steht schließlich auch in New York und niemand will sie von dort wegholen", sagt Gardner in solchen Momenten. So wie eben auch die ersten Primaries für die Präsidentschaftswahlen in New Hampshire abgehalten würden. Für den Secretary of State von New Hampshire ist dies ein Naturgesetz. Und wer sich daran vergeht, der sündigt.

Noch nie wurde der "First-in-the-nation"-Status von New Hampshire derart herausgefordert wie in diesen Wochen. South Carolina, Nevada, Florida, jetzt Michigan: Immer mehr US-Bundesstaaten rücken ihre Termine für die Vorwahlen an den Beginn des Wahlzyklus.

Sie alle wollen ein größeres Stück Wichtigkeit, wenn sich die Kandidaten von Demokraten und Republikanern der Vorauswahl stellen. Und viele meinen, es müsse jetzt Schluss sein mit der Fixierung auf New Hampshire, diesem kleinen Bundesstaat im Norden, dem durch seine Spitzenstellung im Wahlkalender viel zu viel Bedeutung zukomme.

Doch dazu müssen sie eben das Monument Bill Gardner überwinden. Der ist seit 31 Jahren im Amt, wurde 16 Mal wiedergewählt und hat das Gesetz auf seiner Seite. Denn der Kongress von New Hampshire hat bestimmt, dass die Primaries in ihrem Staat stets mindestens sieben Tage vor allen anderen stattfinden müssen. Schiebt sich also jetzt Michigan auf den 15. Januar, dann muss New Hampshire seinen Termin mindestens auf den 8. Januar vorziehen. Gardner will sich mit der Bekanntgabe des Wahltermins bis zum letzten Augenblick Zeit lassen - bis sich alle anderen erklärt haben. Und wie er das so sagt, sieht er aus wie ein Pokerspieler.

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