Vorwürfe der Manipulation zurückgewiesen: C&A profitiert von Rabattaktion

Vorwürfe der Manipulation zurückgewiesen
C&A profitiert von Rabattaktion

Der Wirbel um die Rabattaktion zur Euro-Einführung hat der Bekleidungskette C&A nach den Worten ihres Chefs Dominic Brenninkmeyer ein zweistelliges Umsatzplus beschert.

ap DÜSSELDORF. Brenninkmeyer wies am Mittwoch vor Journalisten in Düsseldorf erneut Vorwürfe von Verbraucherschützern und des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zurück, C&A habe vor der Aktion die Preise angehoben, um sie dann publikumswirksam zu senken. Das sei nachweislich unzutreffend. Ob sich die Rabatt-Aktion gerechnet hat, gegen die auf Antrag von Wettbewerbshütern zwei Einstweilige Verfügungen ergangen sind, werde man erst nach Abschluss des am 28. Februar endenden Geschäftsjahres bei C&A sehen, sagte Brenninkmeyer. Trotz des gerichtlichen Ärgers stehe er jedenfalls zu der Aktion. "Ich würde es wieder machen", sagte Brenninkmeyer.

Der C&A-Chef kritisierte die Berichterstattung des "Spiegel" über angebliche systematische Preiserhöhungen vor der Rabattaktion. Das Handelshaus habe seine Preise wie üblich im August angepasst, teils nach unten und teils nach oben. Die Rabattaktion sei dem Unternehmen aber erst im November eingefallen. Nach dem August seien nur die Preise von etwa 3 % der Artikel erhöht worden. Diese Artikel machten "deutlich unter 1% des Jahresumsatzes" aus, ergänzte Direktionsmitglied Ralf Rothberger.

Das gesamte Preisniveau von C&A sei seit dem Jahr 2000 um 3,7 % gesunken, die Rabattaktion zum Euro nicht eingerechnet, betonte Brenninkmeyer. Es lasse sich anhand der Etiketten einwandfrei feststellen, wann die vom "Spiegel" und der Wettbewerbszentrale beanstandeten Preisänderungen vorgenommen wurden. Sie seien spätestens im September erfolgt. Brenninkmeyer wies darauf hin, dass sich der Leiter der Wettbewerbszentrale, Reiner Münker, inzwischen von der von ihm im "Spiegel" zitierten Aussage distanziert habe. Er habe öffentlich erklärt, dass ihm keine Hinweise vorlägen, dass C&A im Vorfeld der Rabattaktion die Preise erhöht habe.

Brenninkmeyer begrüßte es, dass die Diskussion um die C&A-Aktion eine Debatte um eine notwendige Reform des aus dem Jahr 1935 stammenden Wettbewerbsrechts ausgelöst habe. Er verteidigte erneut das Vorgehen der Handelskette. Die Währungsumstellung sei eine "einmalige historische Situation" gewesen. Dies habe nach Einschätzung von C&A den Rabatt auch nach geltender Gesetzeslage gerechtfertigt.

Problematisch sei allerdings, dass die Berichterstattung im "Spiegel" geeignet sei, das Vertrauen der Kunden in das Bekleidungshaus zu erschüttern. "Uns ist natürlich ein Schaden entstanden. Die Kunden zweifeln eventuell an unserer Glaubwürdigkeit. Das können wir uns nicht leisten", sagte Brenninkmeyer. Das Unternehmen halte sich die Option für ein juristisches Vorgehen gegen den "Spiegel" offen.

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