Vorwürfe gegen France Telecom
Mobilcom sieht sich von Vorwürfen entlastet

Im Streit zwischen Mobilcom und France Telecom hat das deutsche Unternehmen bekräftigt, die Aktienkäufe der Ehefrau des Firmengründers Gerhard Schmid seien rechtmäßig gewesen.

wiwo/ap BÜDELSDORF. Das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel habe Mobilcom am Freitag bestätigt, "dass keine Hinweise für rechtlich unzulässiges Handeln seitens Frau Sibylle Schmid-Sindram vorlägen", wie das Unternehmen in Büdelsdorf mitteilte. France Telecom hatte am Donnerstag eine unabhängige Überprüfung des Ankaufs von Mobilcom-Aktien durch Schmids Ehefrau Sybille Schmid-Sindran verlangt. Die Aktien seien für ein Optionsprogramm gedacht, mit dem gute Händler belohnt werden sollen, erklärte Mobilcom.

Schmid warf am Freitag im "Wall Street Journal" der France Telecom indirekt vor, Mobilcom übernehmen zu wollen. "Irgendwer will Mobilcom-Anteile billig kaufen", erklärte er. "Ich werde mich aber nie zu Preisen herauskaufen lassen, wie sie zur Zeit im Markt herrschen", sagte der Firmengründer mit Blick auf den niedrigen Aktienkurs der Firma. Nach Ansicht von Analysten wäre der Kauf der Mobilcom-Aktienmehrheit an der Börse ein Weg für France Telecom, die bisher 28,5 % der Anteile hält. Schmid hat 40 %, seine Frau nach Berichten über fünf Prozent.

Der Zeitung "Le Monde" (Samstagausgabe) sagte Schmid, der Konzern wolle die Aufmerksamkeit auf sein Unternehmen lenken, um von eigenen Problemen abzulenken. "Ich mache mir Sorgen um France Telecom." Die derzeitige Inszenierung sei einem Konzern dieser Größe nicht angemessen. In der Sache gab sich Schmid weiter hart. Er verteidigte das Aktiengeschäft mit seiner Frau und betonte, es gebe keinen Grund, den Vertrag mit France Telecom oder den Geschäftsplan neu zu verhandeln.

Beim Erwerb der UMTS-Lizenz sei der Konzern gemeinsam mit der Mobilcom Verpflichtungen eingegangen. Das sei eine der Voraussetzungen für die Lizenzerteilung gewesen. Hintergrund des Streites: Mobilcom baut zurzeit ein eigenes UMTS-Netz in Deutschland auf und der Partner France Telecom stellt dafür die Mittel bereit. Die hoch verschuldete France Telecom will aber nicht mehr so schnell so viel Geld ausgeben wie Schmid. Nun streiten sich die Partner darüber, ob France Telecom zu den Zahlungen rechtlich verpflichtet ist. Im Streit um die Aktien der Ehefrau von Schmid sucht France Telecom nach Ansicht von Beobachtern einen Weg, sich aus den rechtlichen Verpflichtungen zu befreien.

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