Vorwürfe gegen Großbank
Neuer Bankenskandal droht in Spanien

Spaniens Bankenwelt steht vor einem neuen Skandal.

dpa MADRID. Eine Madrider Ermittlungsrichterin wirft der führenden Großbank Santander Central Hispano (SCH) vor, Ende der 80er Jahre mit dubiosen Kreditgeschäften nach heutiger Berechnung fast 900 Millionen Euro an Steuergeldern am Fiskus vorbeigeschleust zu haben.

Wie die Presse am Samstag berichtete, drohen SCH-Präsident Emilio Botín (67) sowie vier Ex-Managern ein Prozess wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung. Nach der Affäre um Schwarzgeldkonten bei der zweitgrößten Großbank Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) wäre dies der zweite Skandal der Branche in Spanien in wenigen Monaten.

Die Anschuldigungen in dem neuen Fall gehen auf 1988 und 1989 zurück. Zehn Jahre vor ihrer Fusion mit der Banco Central Hispano (BCH) bot die Santander-Gruppe damals Anlegern die Möglichkeit an, zu hohen Zinsen Kredite von Dritten zu übernehmen. Die Geschäfte wurden den jetzt abgeschlossenen Ermittlungen zufolge anonym, und in mehreren Fällen über Strohmänner, am Fiskus vorbei abgewickelt. In den zwei Jahren habe die Bank rund 2,6 Milliarden Euro an Kundengeldern empfangen.

Die SCH wies die Vorwürfe zurück. Es habe sich um legale Geschäfte entsprechend der damals gängigen Praxis mit staatlichen Anlagepapieren gehandelt. Sie verwies zudem darauf, dass die Generalstaatsanwaltschaft und selbst die Steueraufsicht seit Jahren die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gefordert hatten. Ob es tatsächlich zu einem Prozess kommt, hängt nun von den Klägern ab, die seinerzeit gegen die Bank Anzeige erstattet hatten.

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