Vorwürfe gegen IG BAU
Bau-Arbeitgeber bieten neue Verhandlungen an

Im Tarifkonflikt des deutschen Baugewerbes haben die Arbeitgeber der IG BAU neue Verhandlungen angeboten.

dpa BERLIN. Wenige Tage vor der am Montag beginnenden Urabstimmung forderte ihr Verhandlungsführer Thomas Bauer die Gewerkschaft am Mittwoch in Berlin auf, "so schnell wie möglich an den Verhandlungstisch" zurück zu kehren. "Die Krise in der Bauwirtschaft erlaubt keinen Streik." Zugleich machte er allein die IG BAU für das Scheitern der Schlichtungsrunde verantwortlich. Damit wies Bauer Mutmaßungen zurück, dass ein Ost-West-Konflikt im Lager der Arbeitgeber ausschlaggebend für das Scheitern war.

Die Schlichtungsrunde unter Vorsitz des CDU-Politikers Heiner Geißler war am Samstag gescheitert. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) will nun am Montag mit der Urabstimmung über einen Streik beginnen. Falls mehr als 75 % der befragten Gewerkschafter zustimmen, könnte der Arbeitskampf Mitte des Monats beginnen. In der Branche wäre es der erste Streik seit 1949. Die IG BAU fordert für die 950 000 Beschäftigten der Branche 4,5 % mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber hatten zuletzt für zwei Jahre Erhöhungen von 3,0 % und 2,1 % angeboten.

Zu den unterschiedlichen Stimmen im Arbeitgeberlager sagte Bauer: "Wir werden uns nicht spalten lassen in Ost und West oder Groß und Klein." Zugleich appellierte er an die Bauunternehmer, in den Verbänden zu bleiben und die Tarifgemeinschaft zu erhalten. Damit reagierte der Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie auf Äußerungen des nordrhein-westfälischen Arbeitgeber- Chefs Josef Zantis, der gesagt hatte: "Nicht die Gewerkschaft ist das Problem, die ostdeutschen Verbände sind es."

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) rechnet nach eigenen Angaben nicht mit einem flächendeckenden Streik am Bau. Angesichts der Struktur der Branche mit vielen kleineren Betrieben sei ein solcher Streik kaum zu organisieren, sagte ZDH - Generalsekretär Hanns Eberhard Schleyer im Südwestrundfunk. Zugleich warnte Schleyer davor, die Aufwärts-Tendenzen in der Bauindustrie durch einen "lang anhaltenden Streik oder zu hohen Abschluss" zu gefährden.

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