Vorwürfe unbegründet
Eon setzt Werbekampagne trotz Verbots fort

Der Stromanbieter Eon wird trotz einer Einstweiligen Verfügung des Landgerichtes Hamburg gegen die aktuelle Werbekampagne "MixPower" deren Verbreitung nicht einstellen. Wie Eon am Freitagnachmittag in einer Stellungnahme weiter mitteilte, werde der Konzern Rechtsmittel einlegen.

Reuters FRANKFURT. Das Landgericht hatte nach Angaben einer klagenden Rechtsanwaltskanzlei eine einstweilige Verfügung gegen die Kampagne "MixPower" erlassen. Wie der Hamburger Anwalt Andreas Grigoleit erklärte, begründete der von ihm vertretene Stromanbieter HH-EL Hansestrom seinen Antrag mit einer angeblich "bewussten Irreführung von Verbrauchern und potenziellen Kunden".

Eon bezeichnete die Verfügung des Gerichts dagegen als völlig unbegründet: "Wir werden unverzüglich in geeigneter Weise dagegen vorgehen. In Absprache mit Hansestrom wird eine Einstellung der Werbemaßnahmen nicht veranlasst." In der Werbekampagne sagt Eon, mit dem Stromprodukt "MixPower" könnten Kunden entscheiden, welche Energiequellen sie in Zukunft nutzen wollten und damit mitbestimmen, ob Strom "zukünftig aus Wasser, Wind, Sonne, Biogas, Kernenergie oder Kohle gewonnen wird" - so der Werbetext. Das Landgericht verbot Eon nach Angaben des Hamburger Anwalts in seinem Entscheid, diese Werbeaussagen zu wiederholen.

Grigoleit sagte in einer Mitteilung: "In der Kampagne gaukelt Eon den Kunden vor, sie könnten tatsächlich selbst bestimmen, ob Energie aus Sonne, Kohle, Wind, Biogas oder Wasser aus ihrer eigenen Steckdose fließt. Das hat mit der Realität im Stromgeschäft rein gar nichts zu tun." Im August dieses Jahres musste Eon schon die so genannte "Aquapower"-Werbekampagne für Strom aus Wasserkraft stoppen. In diesem Fall hatte ein Münchener Gericht die Verbreitung der Kampagne unter anderem mit der Begründung untersagt, eine Stromversorgung ausschließlich aus Wasserkraft sei nur möglich, wenn es ein direktes Stromnetz vom Kraftwerk zum Endverbraucher gebe.

Wasserkraft und andere in den umstrittenen Kampagnen beworbene Formen umweltfreundlicher Stromerzeugung trugen nach Angaben der Verbandes der Elektrizitätswirtschaft im vergangenen Jahr neun Prozent zur deutschen Stromproduktion bei. Die übrige Strommenge wird überwiegend aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie erzeugt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%