Vorwurf der Absprache während der UMTS-Auktion
Blu-Konsortium droht Milliardenstrafe

Dem vorzeitig aus der UMTS-Auktion ausgestiegenen Konsortium werden unerlaubte Absprachen vorgeworfen. Der italienischen Regierung seien umgerechnet rund 10 Mrd. DM verloren gegangen.

dpa-afx ROM. Die italienische Regierung hat dem aus der UMTS-Auktion ausgestiegenen Blu-Konsortium Absprachen mit anderen Bietern vorgeworfen und der Gruppe um British Telecom dafür eine Milliardenbuße auferlegt. Es gebe "Hinweise auf ein abgestimmtes Verhalten", begründete der Staatssekretär im Kommunikationsministerium, Michele Lauria, die Entscheidung am Dienstag im öffentlichen Rundfunk. Die Regierung hatte das Ergebnis der durch den Blu-Ausstieg vorzeitig beendeten Versteigerung in der Nacht zum Dienstag anerkannt, dann aber erklärt, Blu müsse wegen eines Regelverstoßes eine Strafe von 4,0 Bio. Lire (rund 4,0 Mrd. DM) entrichten.

Wiederholter Verstoß gegen Zurückhaltungspflicht

Blu habe "wiederholt gegen seine Zurückhaltungspflicht" verstoßen, erklärte die Regierung zu der Geldbuße. In der italienischen Presse waren seit Beginn der Auktion am Donnerstag Berichte aufgetaucht, Blu plane, sich frühzeitig aus der Auktion zurückzuziehen. Durch den Ausstieg von Blu hatten die fünf verbliebenen Bieter Omnitel, IPSE 2000, Wind, Andala und TIM jeweils eine Lizenz erhalten, ohne ihre Gebote weiter erhöhen zu müssen. Mit 23,55 Bio. Lire (23,8 Mrd. DM) nimmt Rom durch das frühzeitige Ende der Auktion insgesamt deutlich weniger ein, als ursprünglich erwartet wurde. Einige Experten waren von einem Betrag in doppelter Höhe ausgegangen.

Verlust von umgerechnet rund 10 Mrd. DM

Lauria sagte am Dienstag, dem Staat seien rund 10,0 Bio. Lire (gut 10,0 Mrd. DM) durch das vorzeitige Ende der Auktion entgangen. Die Regierung habe am Montag geprüft, ob die Auktion annulliert werden solle, sich dann aber dagegen entschieden, sagte der Staatssekretär. Dies "wäre ein Fehler gewesen". Experten hatten damit gerechnet, dass es bei einer Annullierung zu einer Serie von Klagen durch die Bieter gekommen wäre.

Wie bei Blu sind auch bei den verbliebenen Bietern zumeist ausländische Konzerne mit im Boot: So zählt Omnitel wie Mannesmann zur britischen Vodafone-Gruppe, und IPSE wird von der spanischen Telefónica dominiert. An Wind ist außer der italienischen Energiegruppe Enel noch France Télécom beteiligt, Andala wird durch das Konglomerat Hutchison Whampoa aus Hongkong kontrolliert. TIM zählt zum von Olivetti übernommenen Ex-Monopolisten Telecom

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