Vorwurf der Bestechlichkeit
Simonis suspendiert Affären-Staatssekretär Mantik

ap KIEL. Die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis hat am Dienstag Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Mantik vom Dienst suspendiert und seine Entlassung angekündigt. Das teilte die Regierungspressestelle in Kiel mit. Hintergrund ist die Absicht der Staatsanwaltschaft Lübeck, gegen Mantik einen Strafbefehl in Höhe von 45 000 DM wegen Bestechlichkeit zu beantragen. "Als Staatssekretär hat Uwe Mantik sich nichts zu Schulden kommen lassen, aber mit dem Ergebnis des staatsanwaltschaftlichen Verfahrens kann er nicht im Amt bleiben," erklärte SPD-Politikerin Simonis.

Mantik wird Bestechlichkeit vorgeworfen. Im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit als Geschäftsführer soll er Grundstücksverkäufe über den Kopf von Aufsichtsgremien getätigt haben. Als Gegenleistungen sollen Gelder für einen Lübecker Sportverein geflossen sein. Laut Landesregierung hat der Staatssekretär durch seine Verteidigung zu erkennen gegeben, dass er den Strafbefehl akzeptiere. Laut Staatsanwaltschaft Lübeck soll der Strafbefehl 300 Tagessätze zu 150 DM umfassen.

Die Entscheidung Mantik zu entlassen, sei in Abstimmung mit Wirtschaftsminister Bernd Rohwer erfolgt, erklärte Simonis. Im Zusammenhang mit Mantik ermittelt in Kiel auch ein Untersuchungsausschuss des Landtages. Die Landesregierung hatte einen Ermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft über SPD-Politiker Mantik an den selbst weitergegeben. Die Opposition hält das für unzulässig.

Als Nachfolger für Mantik hat Simonis den 52-jährigen Diplom-Betriebswirt Michael Rocca zum Staatssekretär. Rocca ist Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium.



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