Vorwurf der Desinformation zu Lasten der Aktionäre
AWD ändert Werbung nach Lügen-Vorwurf der DVAG

Der Finanzdienstleister DVAG wirft dem Konkurrenten AWD vor, seinen Börsengang werblich mit falschen Informationen und bewusster Täuschung von Aktionären zu begleiten.

adx FRANKFURT. Der Allgemeine Wirtschaftsdienst (AWD) ändert nach dem Vorwurf des Konkurrenten Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) über "unwahre Werbung" seine Werbung. Es sei jedoch "kein Zufall", dass die DVAG erst kurz vor dem Börsengang von AWD am 17. Oktober juristisch gegen eine Anzeige vorgehe, die «seit zwei Jahren geschaltet» wird, kritisierte der AWD-Vorstandsvorsitzende Carsten Maschmeyer am Mittwoch in Frankfurt am Main. Gegen die Anzeige, in der AWD für sich als "Marktführer" und "Europas größter unabhängiger Finanzdienstleister" wirbt, hatte die DVAG am Montag beim Landgericht Frankfurt am Main eine einstweilige Verfügung erwirkt. Sie verbietet dem AWD unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 500 000 DM diese Behauptung. Die Aussagen von AWD entsprächen nicht den Fakten, begründeten die DVAG ihre Klage.

Maschmeyer sagte, dass die Verfügung geprüft werde. Man halte sich an das Gesetz und überlasse die Bewertung der Aktion des Konkurrenten dem Publikum. Auf der Einladung zur Pressekonferenz zum Börsengang vom 25. September bezeichnete sich das Unternehmen vorsichtshalber als «einer der größten unabhängigen Finanzdienstleister in Europa». Die DVAG behauptet von sich, «weltweit am größten» zu sein. Folglich könne «nicht der AWD in Europa am größten sein». Die Argumentation des AWD, er sei aber unter den «unabhängigen» Finanzdienstleistern in Europa am größten, sieht die DVAG als wettbewerbsrechtlich irreführend und damit unzulässig an. Die Unabhängigkeit definiere AWD damit, dass man keine eigenen Produkte herstelle und auch kein Produkthersteller auf das Unternehmen Einfluss habe. Die DVAG wiederum betonte, diese Kriterien elte auch für sie.

Der Generalbevollmächtigte der Deutschen Vermögensberatungs AG in Frankfurt am Main, Friedhelm Ost, fuhr am Mittwoch ebenfalls in Frankfurt schwere Geschütze gegen den Konkurrenten auf: «Mit falschen Informationen begleitet der Allgemeine Wirtschaftsdienst (AWD) seinen Börsengang. Damit wurden potenzielle Aktienkäufer bewusst getäuscht.» Ost sagte, dass ein Vergleich eindeutig zeige, dass die DVAG «im Geschäftsjahr 1999 mit einem Umsatz von 1,35 Mrd. DM mehr als deutlich vor dem AWD lag, der lediglich 0,53 Mrd. DM umsetzte». Dies gelte sowohl beim Ergebnis vor Steuern als auch bei den vermittelten Verträgen und den Zahlen der Kunden und der Vermögensberater sowie Wirtschaftsberater.

Obwohl der AWD "außergerichtlich in Verhandlungen wochenlang aufgefordert" wurde, "alle für die Öffentlichkeit und insbesondere für den Börsengang relevanten Daten und Fakten in der Werbung richtig und wahr dazustellen", habe das Unternehmen "bewusst weiterhin falsch informiert", sagte Ost. Der DVAG-Generalbevollmächtigte geht davon aus, dass die Aktionärsschutzgemeinschaften ebenso wie die Börsenaufsicht und die Konsortialbanken die vom AWD "seit langem betriebene Falschinformationsmasche" kritisch aufgreifen werden. "Solche Desinformation" gingen "letztlich zu Lasten der Aktionäre", erklärte Ost.

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