Vorwurf der religiösen Propaganda
Deutsches Mitglied von Hilfsorganisation in Afghanistan verhaftet

Die Religionspolizei der afghanischen Taliban hat 24 Mitglieder der internationalen Hilfsorganisation Shelter Now festgenommen, darunter offenbar auch eine Deutsche.

ap KABUL. Wie die amtliche afghanische Nachrichtenagentur Bachtar am Sonntag mitteilte, werfen ihnen die moslemischen Machthaber christliche Propaganda vor. Neben der Deutschen wurden sieben weitere Ausländer verhaftet. Nach ersten Informationen handelte es sich dabei ausschließlich um Frauen.

Das Büro der Organisation in Kabul wurde nach einer Razzia am Sonntagmorgen geschlossen, wie Augenzeugen und die Nachrichtenagentur übereinstimmend berichteten. Die Taliban hätten eine Bibel, zwei Computer sowie Kassetten und Musikinstrumente beschlagnahmt, meldete Bachtar. Außerdem sei christliche Literatur in einer Übersetzung in die örtliche Sprache sicher gestellt worden.

Ebenfalls festgenommen wurden 64 Afghanen, die von der Organisation instruiert worden sein sollen, wie der Leiter der Religionspolizei, Maulvi Mohammed Salim Hakkani mitteilte. Die Männer hätten ihre antiislamischen Aktivitäten gestanden und seien in ein Umerziehungsheim eingewiesen worden. Für die Verbreitung oder den Übertritt zu einer fremden Religion droht unter den Taliban die Todesstrafe.

Die Organisation Shelter Now mit Hauptsitz in den USA leistet seit mehreren Jahren in Afghanistan humanitäre Hilfe. In den vergangenen Monaten hatten die Vereinten Nationen mehrfach auf Übergriffe auf Mitglieder von Hilfsorganisationen hingewiesen. Die Taliban haben diese Vorwürfe bislang zurückgewiesen.

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