Vorwurf der unzulässigen Werbung
Hewlett-Sohn verklagt HP wegen Fusion

Walter Hewlett, Sohn des Firmengründers des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP), gibt seinen Widerstand gegen die geplante Fusion mit dem Konkurrenten Compaq nicht auf. Hewlett teilte am Donnerstag in New York mit, er habe bei einem Kanzleigericht in Delaware beantragt, in einem beschleunigten Verfahren das Fusionsvorhaben für gescheitert zu erklären oder zumindest die Einberufung einer neuen Aktionärsversammlung zu verlangen.

Reuters NEW YORK. Er wirft HP vor, insbesondere beim Aktionär Deutsche Asset Management vor der Hauptversammlung am 19. März auf unlautere Art und Weise um Stimmen für die Fusion geworben zu haben. Ein HP-Sprecher bezeichnete die Klage als chancenlos. Eine Sprecherin von Deutsche Bank Asset Management lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Aktionäre von HP und Compaq hatten am 19. und am 20. März über die geplante Fusion beider Unternehmen abgestimmt. Während die Compaq-Anteilseigner wohl mit breiter Mehrheit dem größten Zusammengehen zweier Computerkonzerne in der Branchengeschichte zustimmten, steht das Votum der HP-Aktionäre noch nicht fest. Nach HP-Angaben stimmten die HP-Aktionäre ebenfalls zu. Hewlett hatte nach dem Treffen aber stets von einem sehr knappen Ausgang gesprochen. Das offizielle Ergebnis wird erst in einigen Wochen erwartet.

Hewlett befürchtet, durch die Fusion werde HP eine gewaltige Integrationsleistung erbringen müssen, die das Unternehmen im Wettbewerb zurückwerfen werde. HP-Chefin Carly Fiorina verspricht sich von dem Zusammengehen dagegen ein "Technologiekraftwerk", das dem weltweiten Branchenprimus IBM die Stirn bieten könne. Doch Hewlett beklagt, HP habe den Aktionären nicht alle Informationen zu der geplanten knapp 20-Milliarden-Dollar-Fusion unterbreitet. Daher müssten alle Ja-Stimmen für ungültig erklärt werden. Zudem habe HP insbesondere den Großaktionär Deutsche Bank Asset Management zur Zustimmung "gedrängt", indem mit dem Institut wenige Tage vor der Hauptversammlung noch ein Kreditabkommen über mehrere Mrd. Dollar geschlossen worden sei.

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