Vorwurf der Urheberrechtsverletzung
US-Musikindustrie kämpft für Klage gegen Aimster

Bereits in der vergangenen Woche hat die amerikanische Musikindustrie eine Klage gegen Aimster bei einem Gericht im Bundesstaat New York eingereicht. Der Vorwurf: Die Musiktauschbörse verletze das Urheberrecht. Bislang hat das Gericht den Prozess nicht eröffnet.

Reuters LOS ANGELES. Die US-Musikindustrie hat ein Gericht im Bundesstaat New York aufgefordert, ihre Klage gegen die Online-Musikplattform Aimster wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung zuzulassen. Aimster biete Internet-Nutzern genau dasselbe wie Napster, sagte Matt Oppenheim von Verband der US-Musikindustrie RIAA (Recording Industry Association of America) am Mittwoch. Napster muss nach Klagen der Musikindustrie urheberrechtlich geschützte Titel aus dem Angebot entfernen, um eine Schließung zu verhindern. Im Fall Aimster habe das Gericht nun noch weitere Unterlagen angefordert, sagte Oppenheim.

Die Musikindustrie hatte die Klage gegen Aimster vergangene Woche bei einem Bundesgericht in der Stadt Albany eingereicht. Das Gericht hatte entschieden, den Prozess vorerst nicht zu eröffnen. Aimster hatte selbst schon vor einigen Wochen gegen die Musikindustrie geklagt. Damit wollte Aimster erreichen, dass das Gericht der Tauschbörse bestätigt, keine Urheberrechte zu verletzen.

Mit Aimster können im Huckepack-Verfahren alle Datei-Arten über den AOL Instant Messenger (AIM) getauscht werden. Dabei können AOL-Nutzer Aimster zufolge Dateien nur mit jenen Internet-Nutzern tauschen, die sie auf ihrer so genannten "AOL-Buddy-List" haben. Dieses Verzeichnis zeigt, welche Bekannten und Freunde ebenfalls online sind, so dass AOL-Nutzer mit ihnen zeitgleich Nachrichten oder Dateien austauschen können. Die Musikindustrie wirft Aimster dagegen vor, nicht nur den direkten Austausch zwischen AOL-Mitgliedern zu ermöglichen, sondern wie Napster auch einen zentralen Index für die systematische Suche nach Musikdateien anzubieten.

Gegen Aimster geklagt hatten die vier großen Musikkonzerne BMG (Bertelsmann Music Group), EMI, Sony und Universal Music aus dem Mischkonzern Vivendi. Eine gesonderte Klage hatte der Medienkonzern AOL Time Warner eingereicht, der neben seinem Musik- auch sein Filmgeschäft durch Napster bedroht sieht.

RIAA-Jurist Oppenheim sagte, es werde etwa eineinhalb Wochen dauern, bis die vom Gericht angeforderten Dokumente vorlägen. Bei Aimster und dessen Anwaltskanzlei war am Mittwoch niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Aimster wird durch dieselbe Anwaltskanzlei vertreten, die auch Napster verteidigt.

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